Bundestagswahl

SPD-Chef schließt Koalition mit Linken für 2013 aus

Die Linkspartei sei unberechenbar, eine Koalition ausgeschlossen: SPD-Chef Sigmar Gabriel erteilt den Linken für die kommende Bundestagswahl eine deutliche Absage.

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Knapp zwei Jahre vor der Bundestagswahl lehnt der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel einer Koalition mit der Linkspartei ab. "Für mich ist es ausgeschlossen, dass die Sozialdemokraten auf Bundesebene diesen Weg gehen", sagte Gabriel der "Süddeutschen Zeitung" zur Möglichkeit einer rot-rot-grünen Regierung. Die Linke sei unberechenbar.

Zwangsehe aus Pragmatikern und Sektierern

Gabriel nannte die Linkspartei eine Zwangsehe aus Pragmatikern und Sektierern . Niemand werde mit einer Partei koalieren, bei der man nicht wisse, wer im Zweifel den Ton angebe. Gabriel zeigte sich überzeugt, dass es in der SPD keinen großen Widerstand gegen seinen Kurs geben wird.

"Ich bin ganz sicher, dass wir alle in der SPD der Meinung sind, dass man eine der größten Volkswirtschaften der Welt nicht mit einem Partner regieren kann, der wenig berechenbar ist", sagte er. "Das wäre für Deutschland unverantwortlich."

Gabriel unterstütze den Kurs des saarländischen SPD-Spitzenkandidaten Heiko Maas, der eine Regierungszusammenarbeit mit der Linkspartei in Saarbrücken ebenfalls ablehn t. Der saarländische Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine lehne es ab, die Schuldenbremse einzuhalten, sagte Gabriel und fügte hinzu: "Die SPD kann mit niemandem regieren, der unsolide mit Finanzen umgehen will."

Eine rot-grüne Koalition ist in Umfragen weit von einer eigenen Mehrheit im Bundestag entfernt: Nach der aktuellen "Forsa"-Umfrage, dem Wahltrend von "stern" und "RTL", kommen SPD und Grüne derzeit zusammen auf 42 Prozent der Wähler – damit haben sie nur noch einen Drei-Punkte-Vorsprung vor Union und FDP (gemeinsam 39 Prozent). Die Union konnte sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt verbessern.