Für mehr Schwung

Ramelow will Lafontaine und Gysi an Linken-Spitze

Die Linken wünschen sich mehr Schwung in der Partei: Bodo Ramelow wünscht sich Lafontaine an der Spitze. Auch Parteichefin Gesine Lötzsch kann sich das vorstellen.

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Der thüringische Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow wünscht sich Ex-Parteichef Oskar Lafontaine in die Bundespolitik zurück. Er fände es gut, "wenn Oskar Lafontaine und Gregor Gysi die Linke im Bundestagswahlkampf 2013 anführen würden", sagte Ramelow der "Frankfurter Rundschau". Auch Parteichefin Gesine Lötzsch sagte, sie könne sich eine Spitzenkandidatur Lafontaines vorstellen.

Lötzsch hatte Lafontaine Mitte 2010 zusammen mit Ko-Parteichef Klaus Ernst als Parteivorsitzenden abgelöst. "Ich denke, dass Oskar Lafontaine keine große Neigung hat, dieses Amt noch einmal auszuüben", sagte sie der Berliner "tageszeitung". Sie könne sich aber vorstellen, dass Lafontaine als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl antreten werde.

Mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehende Neuwahl der Parteispitze forderte Ramelow die umstrittenen bisherigen Bundesvorsitzenden Ernst und Lötzsch auf, erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Zudem wünsche er sich, dass Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknech t zur Wahl antreten würden. Bislang haben nur Lötzsch und Bartsch ihre Kandidatur für den Parteivorsitz angekündigt.

Führung nicht aus verschiedenen Flügeln

Die Parteiführung sollte nicht zwingend aus verschiedenen politischen Flügeln bestehen. „Wir müssen raus aus der Strömungslogik“, sagte Ramelow weiter in der „Berliner Zeitung“. Über die Zusammensetzung der künftigen Spitze sollte die Partei aus seiner Sicht in einem Mitgliederentscheid befinden. Dafür bräuchte die Linke sechs Kandidaten. „Meine Wunschvorstellung wäre: drei Frauen, drei Männer. Ich hoffe, es finden sich genügend geeignete Kandidaten“, sagte Ramelow.

Lötzsch machte in der „taz“ auch deutlich, dass es bei den Linken keinerlei Vorschrift gebe, wonach einer der beiden Vorsitzenden aus dem Westen und der andere aus dem Osten kommen müsse. „Eine Ost-West-Quotierung steht nicht in der Satzung“, sagte die Parteichefin. Dort sei lediglich festgelegt, dass mindestens eine Frau dem Duo angehören müsse.

Ein Ost-West-Doppel würde beispielsweise die Kombination Lötzsch-Bartsch ausschließen, da beide aus Ostdeutschland kommen. Ernst kommt aus dem Westen; Wagenknecht wurde zwar im ostdeutschen Jena geboren, hat ihren Wahlkreis aber in Nordrhein-Westfalen.

Viele rechnen mit Mitgliederentscheid

Bartsch, der dem Reformflügel der Linken zugerechnet wird, hatte seine Partei am Donnerstag zu einem „neuen Aufbruch“ aufgefordert, um den Verlust an politischem Einfluss zu stoppen. Viele Linken-Politiker rechnen mit einem Mitgliederentscheid zur Bestimmung der neuen Doppelspitze der Partei im Bund.

Trotz kriselnder Bundesregierung hält der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, Neuwahlen derzeit für keine gute Idee. „Die wären mir gerade gar nicht so recht, weil unsere Umfragewerte nicht nach Neuwahlen schreien“, sagte Gysi. Aber die Linken würden sie im Fall der Fälle offensiv angehen. Nach dem am Freitag veröffentlichten Deutschlandtrend des ARD-„Morgenmagazins“ ist die Linke um einen Prozentpunkt gefallen und liegt jetzt bei sechs Prozent.