Klaus Ernst

Linke fordert Ausgleich für Feiertage am Wochenende

Wenn Feiertage, wie in diesem Jahr der erste Weihnachtstag, auf ein Wochenende fallen, müsse ein "Ausgleichstag" geschaffen werden, fordert Linken-Chef Klaus Ernst.

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Vor allem Arbeitnehmer ärgern sich, wenn Feiertage auf Wochenenden fallen. Die Linke fordert nun einen Ausgleich dafür: "Wir sollten in Deutschland zu einer gesetzlichen Regelung kommen, die Arbeitnehmern für jeden Feiertag, der auf ein Wochenende fällt, als Ausgleich Anspruch auf einen freien Tag unter der Woche einräumt", sagte Linke-Chef Klaus Ernst.

Ähnliche Regeln gebe es schon in den USA und Großbritannien. Das sei eine Frage der Gerechtigkeit. Der Kalender beschere den Arbeitnehmern unbezahlte Mehrarbeit. "Das Grundgesetz schützt aber die Feiertage", betonte Ernst.

Ernst und seine Co-Chefin Gesine Lötzsch sind bei vielen Linke-Mitgliedern umstritten. Der Chef der Thüringer Linksfraktion, Bodo Ramelow, ist für einen Mitgliederentscheid zur Neubesetzung der Parteispitze. Sie dürfe "nicht noch einmal ausgeklüngelt" werden, sagte Ramelow der "Berliner Zeitung". "Was wir nicht brauchen, ist eine pompöse Krönungsmesse oder eine Abnick-Aktion."

Ramelow wünscht sich Rückkehr Oskar Lafontaines

Als denkbare Kandidaten nannte Ramelow Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht. Auch Lötzsch und Ernst sollten noch einmal antreten, sagte Ramelow. "Außerdem würde ich es gut finden, wenn Oskar Lafontaine und Gregor Gysi die Linke im Bundestagswahlkampf 2013 anführen würden."

Ernst und Lötzsch schließen nicht aus, dass die künftigen Vorsitzenden per Basisvotum bestimmt werden. Sollten die formalen Voraussetzungen erfüllt sein, werde es einen Mitgliederentscheid geben, sagte Ernst Anfang der Woche. Nach Angaben von Lötzsch gibt es bisher einen formalen Antrag des Landesvorstands Mecklenburg-Vorpommern.

Lötzsch rechnet nicht damit, dass Lafontaine nochmals Parteichef werden will. "Ich denke, dass Oskar Lafontaine keine große Neigung hat, dieses Amt noch mal auszuüben", sagte sie der Berliner "tageszeitung" . Die Parteisatzung schreibe nicht vor, dass einer der beiden Vorsitzenden aus dem Westen kommen müsse. "Wir haben eine Satzung, da ist klar geregelt: Es muss mindestens eine Frau sein. Eine Ost-West-Quotierung steht nicht in der Satzung."

Im Juni 2012 will die Linke in Göttingen eine neue Doppelspitze wählen. Mitte Dezember hatten sich die Spitzenpolitiker der Linken mehrheitlich gegen einen Mitgliederentscheid gewandt.