Trio

Roewer vermutet braune Terrorhelfer bei der Polizei

Hat die Polizei das rechtsextreme Terror-Trio heimlich geschützt? Diesen Verdacht hegt Helmut Roewer, umstrittener Ex-Chef des Thüringer Verfassungsschutzes.

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Der ehemalige Präsident des thüringischen Verfassungsschutz Helmut Roewer musste in den letzten Tagen viel Kritik einstecken – jetzt teilt er selbst noch mal aus: Dass sich das Zwickauer Terror-Trio so lange unentdeckt vor der Nase der Verfassungsschützer aufhalten konnte, sei die Schuld der Landespolizei.

Er wirft der Polizei gegenüber der "Zeit" eine "undichte Stelle" vor. Seinen Angaben zufolge hegte das Innenministerium bereits "deutlich vor der Jena-Sache" diesen Verdacht.

Damals wurden "Informationsflüsse" zwischen der thüringischen Polizei und der rechten Szene vermutet.

Peter Krämer, der damalige Staatssekretär Peter Krämer, hätte daraufhin den Verfassungsschutz mit Ermittlungen gegen thüringische Polizisten beauftragt.

"Absichtsvoll etwas schief gegangen"?

Die Polizei hatte im Januar 1998 mehrere Wohnungen nach Bomben und Sprengstoff durchsucht, da Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Jena mehrere Bomben bzw. Bombenattrappen deponiert und als Brief versandt hatten. Obwohl die Polizisten dabei Sprengstoff fanden, konnten die drei untertauchen.

Roewer kommentiert diese Vorgänge in der "Zeit" scharf: "Der misslungene Ablauf der polizeilichen Aktion weckte den Verdacht, es könnte absichtsvoll etwas schief gegangen sein“.

Der ehemalige Verfassungsschutz-Chef sei es selbst gewesen, der "einen Beamten, der besonders erfahren war und diskret arbeitete" beauftragte, eine möglichen Terrorhelfer innerhalb der Polizei auf die Spur zu kommen.

Was bei diesen Untersuchungen herauskam, verriet Roewer jedoch nicht: "Es war ein Puzzle aus vielen eigenartigen Situationen. Ich habe das Ministerium unterrichtet. Es war heikel, mit Daten umzugehen, die für dienstrechtliche Maßnahmen nicht ausreichen mochten."

Roewer war bis 2000 Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz. In dieser Zeit war er auch für den Umgang mit V-Leuten in der Behörde verantwortlich.