Wahl zum CSU-Vize

Euro-Skeptiker Gauweiler scheitert an Ramsauer

CSU-Politiker Peter Gauweiler ist mit seiner Kandidatur um den Vize-Posten knapp gescheitert. Der Gewinner der Kampfabstimmung heißt Peter Ramsauer.

Der Euro-Skeptiker Peter Gauweiler hat den Sprung in die CSU-Spitze verpasst. Gauweiler verlor am Sonnabenmd knapp das Duell mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei der Wahl der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden. Ramsauer konnte sich auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg mit 440 zu 419 Stimmen durchsetzen.

Gauweiler sagte anschließend zu Journalisten, er sei natürlich ein bisschen enttäuscht. Er freue sich aber, dass er so viele Stimmen bekommen habe. Gauweiler gratulierte Ramsauer unmittelbar nach der Verkündung des Wahlergebnisses mit einem Händedruck.

Als stellvertretende CSU-Vorsitzende bestätigt wurden zudem Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit einem Ergebnis von 85,8 Prozent und Bayerns Justizministerin Beate Merk mit nur 63,2 Prozent. Neu zum Vizechef gewählt wurde Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt, der 73,1 Prozent bekam.

CSU-intern war gehofft worden, dass der Euro-Skeptiker Gauweiler für die Partei Wähler anlockt, die sich um die Stabilität des Euros sorgen. Gauweiler hatte gemeinsam mit fünf Professoren vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Rechtmäßigkeit der Finanzhilfen für Griechenland und die Beteiligung Deutschlands am Euro-Rettungsschirm EFSF geklagt. Ramsauer sagte, die Unterstützung für ihn sei „auch eine Unterstützung unserer bayerischen Belange in Berlin“.

Zuvor war bereits der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer mit einem Ergebnis von 89,9 Prozent bestätigt worden.

In seiner Grundsatzrede hatte Seehofer zuvor versucht, seiner Partei Stolz und Zuversicht einzuimpfen und sie damit auf den Kampf um den Machterhalt in Berlin und München 2013 einzuschwören. „Bayern steht so gut da wie noch nie zuvor in seiner Geschichte“, betonte der bayerische Ministerpräsident.

Zudem attackierte Seehofer – ohne ihn ein einziges Mal namentlich zu nennen – seinen SPD-Herausforderer für die Landtagswahl, den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, aber auch den möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück.