Beziehung zu einer 16-Jährigen

Boettichers Liebe – legal, aber moralisch verfehlt

Die Beziehung des CDU-Politikers von Boetticher mit einer 16 Jährigen war rechtlich legal. Allerdings habe er die "moralische Komponente" falsch eingeschätzt.

Nach dem ersten Rücktritt folgt der zweite. Christian von Boetticher legt nach dem Parteivorsitz der schleswig-holsteinischen CDU auch sein Amt als Fraktionschef im Landtag nieder. Grund für seine Entscheidung ist ein heute 17-jähriges Mädchen, mit dem von Boetticher im vergangenen Jahr eine Beziehung hatte.

„Ja, es ist wahr, ich hatte mich im Frühjahr 2010 in eine junge Frau verliebt und bin mit ihr mehrere Monate zusammen gewesen“, sagte der CDU-Politiker. Das Mädchen sei zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt gewesen. Er sprach von einer „ungewöhnlichen Liebe“, die auch vom Umfeld akzeptiert worden sei.

Zumindest juristisch hat sich der CDU-Politiker nichts vorzuwerfen. Jugendliche sind ab dem Alter von 14 Jahren sexualmündig. Wenn die Beziehung freiwillig ist, ist sie auch legal. Da von Boetticher weder Lehrer noch Erzieher des Mädchens ist oder eine Zwangssituation ausgenutzt hat, hat er nicht gegen das Strafgesetzbuch verstoßen.

Laut Gesetz können auch sexuelle Handlungen mit Jugendlichen zwischen 16 und 18 strafbar sein. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn ein Erzieher, Betreuer oder Chef seine Stellung gegenüber dem Schutzbefohlenen ausnutzt. Mit sexuellen Handlungen ist dabei nicht nur der Geschlechtsverkehr gemeint. Auch ein Zungenkuss fällt unter diese Definition.

Strafmaß je nach Alter des Täters unterschiedlich

Diese Gesetze gelten für Jugendliche ab 14 Jahren, denn ab diesem Alter sind sie strafmündig. Das Strafmaß ist aber je nach Fall und je nach Alter des Täters unterschiedlich.

Boetticher räumte ein, dass eine solche Beziehung, obwohl sie rechtlich legal sei, bei vielen Menschen auf moralische Vorbehalte stoße. „Es war schlichtweg Liebe“, sagte der 40-Jährige. Er habe keinen privaten, wohl aber den politischen Fehler gemacht, die Bedeutung einer solchen Beziehung für eine etwaige Spitzenkandidatur nicht bedacht zu haben.

Spekulationen über sein Privatleben

Er betonte, zu dem Zeitpunkt keinerlei Beziehung zu einer anderen Frau gepflegt zu haben. Ihm sei es nun darum gegangen, entstehende Belastungen für seine Partei im Wahlkampf abzuwenden, „aber insbesondere mir geliebte Personen und meine Privat- und Intimsphäre zu schützen“.

Seit Übernahme des Landesvorsitzes im September 2010 sei er immer wieder mit Spekulationen über sein Privatleben konfrontiert worden. „Da gab es mehrere Journalisten, die sicher zu wissen glaubten, dass ich schwul sei und ein Outing erwarteten“, sagte Boetticher.

CDU-Landesvize Angelika Volquartz sagte, die Liebesbeziehung zu einer damals 16-Jährigen sei unstrittig rechtlich zulässig. Boetticher habe aber deutlich gemacht, dass „er die moralische Komponente falsch eingeschätzt hat“.