Distanz zu von der Leyen

Schröder findet flexible Frauenquote "intelligenter"

Die Familienministerin besteht auf einer flexiblen Frauenquote: Ihr Konzept sei "das intelligentere", erklärt sie – und distanziert sich damit von Ursula von der Leyen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder geht im Streit über eine Frauenquote für Unternehmen weiter auf Distanz zu Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU). „Mein Konzept ist das intelligentere“, sagte Schröder am Mittwoch auf einem Kongress des Handelsverband Deutschland (HDE) in Berlin. „Für eine starre Quote sind die Unternehmen zu unterschiedlich.“

Von der Leyen hatte sich im Oktober für die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in den Führungspositionen aller Dax-Unternehmen ausgesprochen. Schröders Gesetzentwurf sieht hingegen eine flexible Quote vor, die die börsennotierten Unternehmen selbst festlegen dürfen.

Einer Studie zufolge zeigen die 75 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands trotz geleisteter Selbstverpflichtung kaum Willen, den Anteil von Frauen in ihren Vorständen zu erhöhen. Selbst bei Nachfrage falle es den Konzernen enorm schwer, sich konkrete Ziele zu setzen, ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Juristinnenbundes.

45 Prozent der 30 DAX-Konzerne und 13 Prozent der 45 in MDAX und TecDAX gelisteten Unternehmen formulierten lediglich, um wie viel Prozent sie den Anteil weiblicher Führungskräfte im Allgemeinen in den nächsten beiden Wahlperioden steigern wollten. Der Juristinnenbund fordert seit 2007 eine Frauenquote von 40 Prozent in Aufsichtsräten und Vorständen.

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