Michael Ecker

MDR-Affäre – Razzia bei Eventmanager aus München

Der MDR-Skandal weitet sich aus: Auch der bekannte Eventmanager Michael Ecker soll zum Kreis der Beschuldigten zählen. Das erfuhr Morgenpost Online aus Ermittlerkreisen.

Foto: picture alliance / / picture alliance //picture alliance

In der Affäre um den suspendierten MDR-Unterhaltungschef Udo Foht führt eine zweite Spur nach München. Wie Morgenpost Onlineaus Ermittlerkreisen erfahren hat, soll neben dem Musikverleger Hans R. Beierlein auch der prominente Eventmanager Michael Ecker zum Kreis der sechs Beschuldigten zählen.

Ecker bestätigte Morgenpost Online, dass die Fahnder im Rahmen der bundesweiten Razzia am Donnerstag auch bei ihm eine Durchsuchung durchgeführt haben. Er bestreitet aber, Beschuldigter zu sein. Dem widersprechen die Strafverfolger.

Die Durchsuchung bei Ecker sei nach Paragraf 102 der Strafprozessordnung erfolgt. Demnach können bei einem Verdächtigen Durchsuchungen durchgeführt werden, wenn zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für eine Straftat vorliegen.

Eckert hat nach eigener Aussage an der Aufklärung mitgewirkt

Michael Ecker ist einer der beiden Mitbegründer der Münchener Firmengruppe Futurecom, die als Dienstleister an zahlreichen hochkarätigen Großveranstaltungen mitwirkt.

Auf ihrer Internetseite wirbt die Firma beispielsweise mit ihrer Arbeit für die Olympischen Spiele und der Formel 1 oder Fernsehereignissen wie der „Bambi“-Verleihung oder der vom MDR für das ARD-Programm produzierten José Carreras Gala. Ecker-Partner und Futurecom-Mitgesellschafter Johannes Meier betont: „Die Firma hat mit dieser Sache nichts zu tun.“

Ecker sagte Morgenpost Online, er selbst habe schon vor Wochen an der Aufklärung der MDR-Affäre mitgewirkt und gegen Udo Foht sowie gegen den Leipziger Filmkaufmann Hans-Jürgen Kliebenstein Anzeige erstattet. Laut Ecker geht es „um ein paar Hunderttausend Euro“, die er nun vom MDR zurückhaben wolle. Nähere Angaben machte er nicht.

Weitere Verdächtige

Allerdings erfuhr "Morgenpost Online“ aus Ermittlerkreisen, dass Kliebenstein ebenfalls einer Straftat verdächtigt wird. Weder er noch der MDR wollten sich zu den Vorwürfen äußern.

Kliebenstein hatte im Auftrag von Foht, allerdings ohne Vertrag, eine Musikshow mit dem Arbeitstitel „Schlag auf Schlager“ entwickelt. Die Kosten sollen 350.000 Euro betragen haben. Kliebenstein erhielt aber über Umwege nur etwa die Hälfte des Betrags: Hans R. Beierlein, der Erfinder des „Grand Prix“ der Volksmusik, beteiligte sich mit 180.000 Euro an der Finanzierung. Beierlein war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ermittlerkreisen zufolge soll der Geschäftsführer der Leipziger TV-Firma Neoproductions, Stefan Hoge, zu den Beschuldigten zählen. Dieser soll auf Veranlassung von Foht knapp 40.000 Euro zur Verfügung gestellt haben.

Nachtrag: Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat das Ermittlungsverfahren gegen Michael Ecker eingestellt. Das geht aus einem Schreiben der Strafverfolger an Ecker hervor, das der „Welt“ vorliegt. Die Einstellung erfolge „gemäß § 170 Abs. 2“ der Strafprozessordnung, schreiben die Ermittler. Das bedeutet, dass kein Tatverdacht besteht