MDR-Kandidat

Hilder scheitert bei MDR-Intendantenwahl

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Der Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung", Bernd Hilder, ist bei der Intendantenwahl des Mitteldeutschen Rundfunks durchgefallen. Gegen ihn sprachen sich am Montag nach Angaben einer Sprecherin 29 von 41 anwesenden Rundfunkräten aus.

Bei der Neuwahl des Intendanten des Mitteldeutschen Rundfunks ist der einzige Kandidat, Bernd Hilder, überraschend gescheitert. Gegen den derzeitigen Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“ sprachen sich am Montag in Leipzig nach Angaben einer MDR-Sprecherin 29 von 41 anwesenden Rundfunkräten aus. Um gewählt zu werden, hätte Hilder 28 Stimmen auf sich vereinigen müssen. Es gab nur einen Wahlgang, wie die Sprecherin sagte.

Hilder (52) sagte nach der Wahl der Nachrichtenagentur dpa: „Schade. Gerne hätte ich dem MDR geholfen, aus seiner Krise herauszukommen.“

Der Verwaltungsrat des MDR hatte Hilder Anfang September für die Nachfolge von Amtsinhaber Udo Reiter vorgeschlagen. In diesem Gremium erhielt der derzeitige Zeitungs-Chefredakteur im vierten Wahlgang die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. Hilder hatte sich dort gegen MDR-Justiziarin Karola Wille und den Vize-Fernsehdirektor des WDR, Helfried Spitra, durchgesetzt. Er galt als Kandidat der CDU-geführten sächsischen Staatskanzlei. Der Verwaltungsrat will voraussichtlich noch an diesem Montagnachmittag über das weitere Vorgehen beraten.

Dem MDR-Staatsvertrag zufolge muss der Verwaltungsrat des Senders nun einen neuen Vorschlag unterbreiten.

Amtsinhaber Udo Reiter hatte im Mai überraschend seinen Rückzug ankündigt.

Hilder ist seit fast acht Jahren Chefredakteur der „Leipziger Volkszeitung“ (verkaufte Auflage: mehr als 213.000 Exemplare). Darüber hinaus ist er Sprecher des Selbstkontrollorgans der gedruckten Medien, dem Deutschen Presserat. Als Jurymitglied des Theodor-Wolff-Preises entscheidet er mit darüber, welche Journalisten für die besten Reportagen, Essays und Kommentare ausgezeichnet werden. In seinem Berufsleben war er außerdem 13 Jahre lang bei der ARD, dabei auch Hörfunk-Korrespondent in Washington und Mexiko-Stadt.

Kurz vor der Wahl war bekannt geworden, dass Hilder offenbar erst seit 2005 – nach Aufforderung durch die GEZ – Rundfunkgebühren bezahlt hat.

( dapd/EPD/dpa/sei )