Brisanter Termin

Merkel stellt Biografie über Rösler in Berlin vor

Nette Geste in schwierigen Zeiten? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt in Kürze die erste Biografie über Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) vor. Dabei ist das Verhältnis zwischen beiden seit dessen Äußerungen über eine Griechenland-Pleite angespannt.

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Vom vietnamesischen Waisenkind zum Vizekanzler: Die erste Biografie über FDP-Chef Philipp Rösler wird am 27. September 2011 von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin vorgestellt. Der Termin verspricht Spannung, da die Stimmung in der schwarz-gelben Koalition wegen der Euro-Rettung belastet ist. Rösler hat zuletzt seine umstrittene Spekulation über eine mögliche Insolvenz Griechenlands mehrfach wiederholt – und dabei Warnungen der Kanzlerin ignoriert.

Das 156 Seiten starke Buch mit dem Titel „Philipp Rösler – Ein Porträt. Glaube. Heimat. FDP.“ ist vom Journalisten Michael Bröcker geschrieben worden. Bröcker ist Leiter der Berliner Parlamentsredaktion der „Rheinischen Post“. Das Werk erscheint im Leipziger St. Benno-Verlag.

Entstanden sei ein sehr persönliches Buch, das auf vielen Gesprächen des Autors mit Rösler basiere, aber auch die Aussagen von Weggefährten, Freunden und politischen Gegnern einbeziehe, teilte der Verlag am Freitag mit. Ergänzt wird die Biografie durch private Fotos und ein Interview mit Röslers Ehefrau Wiebke.

Eine Woche vor dem Termin ist im Koalitionsstreit um den Kurs bei der Euro-Rettung Bundeskanzlerin Merkel um Entspannung bemüht. Die Kanzlerin arbeite mit Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) „gut und vertrauensvoll“ zusammen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Merkel und Rösler seien ständig in Kontakt. Seibert wiederholte die Vorgabe, dass Aussagen von allen Regierungsmitgliedern immer konstruktiv und Teil der Lösung sein sollten.

FDP-Chef Rösler hatte am Donnerstagabend seine umstrittenen Äußerungen über den Euro-Rettungskurs erneut verteidigt. Er hatte eine Staatspleite Griechenlands sowie eine geordnete Insolvenz ins Spiel gebracht, wenn es dafür die Instrumente gebe. Merkel hatte ihn dafür indirekt gerügt.