Bahnprojekt

Stuttgart 21 schafft weniger Jobs als prognostiziert

Stuttgart 21 sollte laut Bahn 10.000 neue Dauerarbeitsplätze schaffen. Doch ein neues Gutachten kommt auf eine deutlich niedrigere Zahl.

Foto: dpa

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 wird nach Ansicht von Experten weniger Arbeitsplätze schaffen als von den Befürwortern vermutet. Das nach eigenen Angaben unabhängige IMU-Institut kommt in einer Studie auf lediglich 2500 neue Jobs, die sich aus der Verlegung des Bahnhofs unter die Erde und durch die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm ergeben.

Im ursprünglichen Rahmenplan wurde von 24.000 neuen Jobs ausgegangen, die Bahn schreibt auf ihrer Webseite von 10.000 Dauerarbeitsplätzen und 7000 Jobs während des Baus.

Auch den Stuttgart-21-Gegnern erteilt die Studie eine Absage: Die Beschäftigungswirkung durch einen renovierten „Kopfbahnhof 21“ sei „keinen Deut besser“, so Institutsleiter Martin Schwarz-Kocher.

Seit Monaten tobt ein erbitterter Streit um den geplanten Umbau des Stuttgarter Bahnhofs. Nächste Woche soll der vom Schweizer Gutachter sma geprüfte Stresstest der Bahn Gegnern und Befürwortern übergeben werden. Das Aktionsbündnis gegen das Bahnprojekt will sich allerdings noch nicht festlegen, ob es an der Präsentation des Belastungstests für den geplanten Tiefbahnhof teilnimmt. Das hänge davon ab, ob die Bahn dem Bündnis weiteres Informationsmaterial zur Verfügung stelle.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Hürden für Volksabstimmungen in Baden-Württemberg nicht gesenkt werden. Der Landtag hat lehnte den Gesetzesentwurf von Grün-Rot für ein niedriges Quorum bei Volksabstimmungen ab. Die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit für die entsprechende Änderung der Landesverfassung scheiterte an der CDU-Fraktion.

„Wir verschließen uns einer Verfassungsänderung aus tagesaktuellem Grund“, betonte CDU-Fraktionschef Peter Hauk. Mit dem bisher geltenden hohen Quorum sinken die Chancen, Stuttgart 21 über den Weg einer Volksabstimmung doch noch zu Fall zu bringen.

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