Sexuelle Misshandlung

Missbrauchte DDR-Heimkinder werden entschädigt

Bisher wurden nur Kinder aus westdeutschen oder kirchlichen Heimen finanziell für ihr Leid entschädigt. Jetzt dürfen auch DDR-Heimkinder hoffen.

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Die geplante Entschädigungsregelung für misshandelte Heimkinder aus Westdeutschland soll nach dem Willen des Bundestags auch auf ehemalige Insassen von DDR-Heimen übertragen werden. In einem fraktionsübergreifenden Antrag, der am späten Donnerstagabend mit großer Mehrheit gebilligt wurde, sprechen sich die Parlamentarier dafür aus, dass Opfer aus ostdeutschen Kinderheimen die gleiche finanzielle Unterstützung erhalten wie ihre Leidensgenossen aus dem Westen.

Ein Runder Tisch hatte sich im vergangenen Jahr auf die Einrichtung einer Stiftung verständigt, die vom Bund, den westdeutschen Bundesländern und den beiden großen christlichen Kirchen mit insgesamt 120 Millionen Euro ausgestattet wird.

Das Geld soll an Hunderttausende ehemalige Heimkinder fließen, die bis in die 70er Jahre hinein geschlagen, schikaniert und zum Teil sexuell missbraucht wurden. Zudem mussten sie oft schwere körperliche Arbeiten leisten, für die sie nur minimal entlohnt wurden.

Eine analoge Entschädigungsregelung für die Insassen von DDR-Heimen fehlt bislang, weil sich die Arbeit des Runden Tisches lediglich auf das Unrecht in westdeutschen Einrichtungen bezogen hatte. Die Jugend- und Familienministerkonferenz hatte jedoch schon im Mai zugesagt, dass die betroffenen Ostdeutschen die gleichen Summen erhalten. Ein Großteil des Geldes soll in die Behandlung von traumatischen Folgeschäden fließen.