Der Generalsekretär der NRW-CDU hat sich als mobiles Sondereinsatzkommando einen Namen gemacht. In den vergangenen vier Jahren war Andreas Krautscheid schon Regierungssprecher, Europa- und Medienminister. Die Karriere wurde im Windschatten von Regierungschef Jürgen Rüttgers möglich, der ihn wie einen Söldner dorthin schickte, wo die Not am größten war.

Der 49-jährige Familienvater funktionierte bisher überall. Der Landtagsabgeordnete suggeriert Nähe gern mit einem kumpelhaften Umgangston, er ist organisationsstark sowie ein Netzwerker für Schwarz-Grün in seinem Heimatkreis Rhein-Sieg. Krautscheid, nur sieben Tage älter als Konkurrent Armin Laschet, gilt als gewieft, redegewandt und hat eine Legislatur als Abgeordneter im Bundestag verbracht, ehe er 1998 als Kom?munikationsexperte in die Wirtschaft wechselte.

Seine absolute Loyalität zu Rüttgers dürfte sein größter Makel bei einer Neuordnung werden. Er war einer der Vertrauten, die das nun diskreditierte System Rüttgers stützten. Eine empfindliche Niederlage erlitt Krautscheid, als er 2009 im Wettbewerb um den Bezirksvorsitz Mittelrhein Norbert Röttgen unterlag. Über Krautscheid wird gesagt, dass er nicht am Fraktionsvorsitz im Landtag interessiert sei, sondern eher an der Partei. Aber öffentlich will er nichts ausschließen.

Laut der "Rheinischen Post" soll Andreas Krautscheid nicht als Kandidat für den Vorsitz der CDU-Landtagsfraktion antreten. In der Sitzung der CDU-Landtagsfraktion erklärte Krautscheid, er wolle Generalssekretär der NRW-CDU bleiben. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf CDU-Fraktionskreise.