NRW-Integrationsminister Armin Laschet repräsentiert wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen eine moderne CDU. Sein Amt ist bundesweit ein Novum. Damit konnte der 49-jährige Familienvater beim Thema Ausländer, Migration, Gesellschaftspolitik neue Akzente setzen und der Partei programmatische Anstöße bieten.
Der frühere Europaabgeordnete genießt unter Einwanderern großen Respekt, wird aber im konservativen Lager kritisch beäugt, auch weil dort seine katholischen Wurzeln unterschätzt werden. Laschet argumentiert gern differenziert: Er spricht sich für Kruzifixe in Klassen aus, betont die christlich-abendländische Prägung der deutschen Gesellschaft und wirbt an anderer Stelle für die umstrittene Moschee in Köln. Kritiker werfen ihm vor, er stehe nur für weiche Politikthemen, doch da entgegnet er, diese seien gesellschaftlich entscheidend.
Der Chef des CDU-Bezirksverbandes Aachen hätte wohl Interesse daran, Fraktionschef im Landtag zu werden. Möglicherweise verlässt er sich darauf, dass Generalsekretär Krautscheid ihm die Kandidatur nicht streitig macht und sie gemeinsam die NRW-CDU austarieren können. Sein Vorteil: Der gesellige Laschet gilt nicht als enger Vertrauter von Rüttgers und könnte so den Neuanfang verkörpern.





