Gaza-Konflikt

Lufthansa und Air Berlin stellen Flüge nach Tel Aviv ein

Aufgrund der Sicherheitslage in Israel ist der Flugverkehr am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv vorerst zum Erliegen gekommen. Lufthansa, Air Berlin, Delta und weitere Airlines stellten ihre Flüge ein.

Foto: Mohammed Saber / dpa

Nach der Streichung zahlreicher internationaler Flüge nach Tel Aviv wegen des Gaza-Konflikts sind viele Reisende gestrandet. Eine Reporterin des israelischen Fernsehens berichtete am Mittwochmorgen vom Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv, etwa drei Viertel der Flüge auf den Anzeigetafeln seien gestrichen.

Viele Israelis, die ins Ausland fliegen wollten, mussten wieder nach Hause fahren. Andere konnten nicht nach Israel zurückfliegen. Ein Flug der US-Airline Delta etwa hatte wegen der Reisewarnungen am Dienstag einen Zwischenstopp in Paris eingelegt. Israels Transportminister Israel Katz betonte, die nationale Airline El Al werde mehr Flüge einsetzen, um gestrandeten Reisenden zu helfen.

Auch die deutschen Gesellschaften Lufthansa und Air Berlin setzten ab Dienstagabend alle für die nächsten 36 Stunden geplanten Flüge nach Tel Aviv aus. Für US-Airlines galt ein 24-stündiges Verbot. Am Dienstagvormittag war in der Ortschaft Jahud nahe des Flughafens Ben Gurion eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete eingeschlagen.

Die US-Regierung verteidigte das befristete Flugverbot zum Tel Aviver Flughafen gegen Kritik aus Israel. Die Maßnahme diene einzig dazu, amerikanische Bürger und Airlines zu schützen, sagte US-Außenminister John Kerry nach Angaben seines Ministeriums in einem Gespräch dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte Flüge amerikanischer Fluggesellschaften nach Tel Aviv für 24 Stunden verboten. Kurz darauf setzten auch die Deutsche Lufthansa und alle Gesellschaften der Lufthansa Group, Air Berlin sowie Air France ihre Linienflüge zum Airport Ben Gurion, dem wichtigsten internationalen Flughafen Israels, aus. Hinzu kamen am Abend die Airlines Air Canada, Alitalia, Brussels Airlines und KLM

Man habe sich zu diesem Schritt nach dem Raketeneinschlag am Dienstagmorgen rund 1,6 Kilometer vom Airport Ben Gurion entfernt entschieden, teilte die FAA mit.

Delta und US Airways stoppen Flüge

Die US-Fluglinien Delta und US Airways stoppten daraufhin ihre Flüge. Delta suspendierte ihre Israelverbindungen bis auf weiteres. Eine mit rund 300 Menschen besetzte Delta-Maschine in Richtung Tel Aviv sei am Dienstag nach Paris umgeleitet worden, teilte das Unternehmen mit. US Airways strich zunächst einen Israel-Flug am Dienstag. Nach einem Bericht des TV-Senders NBC berät die Linie über ihr weiteres Vorgehen.

Das Weiße Haus hatte noch kurz zuvor erklärt, es gebe keine generelle Weisung oder Empfehlung der Luftfahrtbehörde. Die Entscheidung über Einstellung der Verbindungen nach Israel liege bei den einzelnen Fluglinien.

Nach Delta und US Airways strich auch die zweitgrößte europäische Gesellschaft Air France bis auf Weiteres alle Flüge nach Tel Aviv. „Die Sicherheit unserer Passagiere und Besatzungen bleibt unsere oberste Priorität“, kommentierte eine Sprecherin am Dienstagabend ohne Einzelheiten zu der Entscheidung zu nennen. Experten von Air France beobachteten die Situation vor Ort in Echtzeit.

Der israelische Verkehrsminister Israel Katz rief die US-Fluggesellschaften laut einer Erklärung des Ministeriums an, um ihnen zu erklären, dass „Start und Landung“ keine Sicherheitsprobleme für die Maschinen und ihre Insassen darstellten. Delta begründete die Flugabsagen ausdrücklich mit Sorgen um „die Sicherheit unserer Kunden und Beschäftigten“.

Germanwings, Austrian Airlines und Swiss betroffen

Aufgrund der unsicheren Lage am Flughafen Ben Gurion entschied auch die Lufthansa Group, Flüge ihrer Fluggesellschaften von und nach Tel Aviv für die nächsten 36 Stunden einzustellen. Dies gilt für alle Flüge im genannten Zeitraum für die Lufthansa, Germanwings, Austrian Airlines und Swiss, teilte die Gruppe am Abend mit. Aus Frankfurt, Berlin, München, Zürich und Wien bietet die Lufthansa-Gruppe laut Flugplan sieben bis zehn Flüge täglich nach Tel Aviv an.

Am Abend stellte auch Air Berlin für 36 Stunden den Verkehr nach Tel Aviv ein. Das gab die Airline via Twitter bekannt. Air Berlin bot am 22. und 23. Juli keine Tel-Aviv-Flüge an.

Betroffen waren den Angaben zufolge sechs Flüge der Air-Berlin-Group. Einer hatte am Dienstagabend von Berlin-Tegel aus starten sollen. Am Mittwoch bis in die Nacht zu Donnerstag wurden fünf Flüge von Berlin nach Tel Aviv und zurück sowie von Wien nach Tel Aviv und zurück gecancelt. Die Lage werde fortlaufend bewertet, hieß es.

Die radikal-islamistische Hamas beschießt Israel seit zwei Wochen massiv mit Raketen aus dem Gazastreifen. Bei der Entscheidung über die Einstellung der Flüge könnte auch der mutmaßliche Abschuss eines malaysischen Flugzeuges über der Ukraine eine Rolle gespielt haben.