Bodenoffensive

Weitere sieben israelische Soldaten sterben im Gazastreifen

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Foto: Tsafrir Abayov / AP

Die Bodenoffensive gegen militante Palästinenser entwickelt sich zu einem Häuserkampf. Laut Armee starben sieben weitere israelische Soldaten, auf palästinensischer Seite wurden 550 Menschen getötet.

Bei Gefechten im Gazastreifen sind nach Angaben der israelischen Armee weitere sieben Soldaten getötet worden. „In den vergangenen 24 Stunden wurden sieben IDF-Soldaten bei Kämpfen mit Hamas-Terroristen in Gaza getötet“, erklärte das Militär am Montag. Demnach wurden 30 weitere Soldaten verletzt.

Damit starben bislang 25 israelische Soldaten seit Beginn der Kämpfe am 8. Juli, davon allein 13 am Sonntag. Auf palästinensischer Seite wurden bis Montagnachmittag mehr als 550 Menschen im Gazastreifen getötet.

Die israelische Bodenoffensive gegen militante Palästinenser im Gazastreifen entwickelt sich zu einem verlustreichen Häuserkampf.

Mehr als 3300 Menschen wurden bereits verletzt. Bis zu 200 000 sind nach palästinensischen Angaben in dem abgeriegelten Küstenstreifen auf der Flucht.

Obama äußert „ernsthafte Bedenken“

US-Präsident Barack Obama äußerte „ernsthafte Bedenken“ wegen der ständig steigenden Zahl ziviler Opfer in Gaza. Die internationale Gemeinschaft müsse die Gewalt in Gaza stoppen, sagte er am Montag in Washington. „Das wird keine leichte Arbeit werden.“ US-Außenminister John Kerry wurde am Abend in der Region erwartet. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon reiste nach Nahost.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Führer der Hamas- Exilorganisation, Chaled Maschaal, erörterten in der katarischen Hauptstadt Doha Möglichkeiten für einen Waffenstillstand. Palästinensische Offizielle sprachen von gewissen Fortschritten, wiesen aber darauf hin, dass eine Einigung zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas weiterhin nicht in Reichweite sei.

UN-Helfer versorgen Zivilisten

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNRWA versorgte in Gaza Zivilisten in Schulgebäuden, die jetzt während der Ferien leer stehen – aber die Zufluchtsstätten sind heillos überfüllt. Andere Palästinenser suchten bei Freunden und Verwandten Unterschlupf. Bunker für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen gibt es nicht.

Selbst Krankenhäuser geraten ins Visier. Bei israelischem Artilleriebeschuss einer Klinik kamen nach palästinensischen Angaben vier Menschen ums Leben, etwa 50 wurden verletzt. Ein Großteil der Opfer gehörte zum medizinischen Personal der Klinik in Dir el Balah, sagte der Leiter der Rettungsbehörden im Gazastreifen, Aschraf al-Kidra.

( afp/dpa/bee )