Nahost-Konflikt

Hamas bejubelt Bombenanschlag auf Bus in Tel Aviv

| Lesedauer: 2 Minuten

Hamas-Aktivisten haben einen Bombenanschlag auf einen Linienbus in Tel Aviv verübt. Es gab zahlreiche Verletzte.

Nach den Raketen aus dem Gazastreifen werden die Menschen in Tel Aviv nun auch noch von Bombenattentaten bedroht. Die Gewalt erreicht die Party-Metropole.

Die Explosion im Tel Aviver Linienbus 102 in der viel befahrenen Schaul-Hamelech-Straße war am Mittwochmittag im Norden Tel Avivs gut zu hören. Mindestens 19 Verletzte wurden in das nahe Ichilow-Hospital eingeliefert, zwei davon lebensgefährlich verletzt: Splitterwunden nach der Explosion eines Sprengpakets, abgelegt von einem jungen Mann im hinteren Teil des Busses.

Die Polizei nahm die Fahndung nach zwei flüchtigen Verdächtigen auf. Einer von ihnen war sofort nach Betreten des Busses wieder abgesprungen.

„Wir überhörten erst die Explosion. Es schepperte und wir dachten zuerst, ein leerer Lastwagen sei zu schnell gefahren“, berichtete ein Zeuge, der in einem nahen Restaurant saß. Nach einer mehrjährigen Pause solcher Bombenanschläge und wenige Tage nachdem die militant-islamische Hamas aus dem Gazastreifen Tel Aviv mit Raketen beschossen hatte, kam es zu Panikreaktionen eines Teils der Passanten.

Falscher Alarm nach Anschlag

Gleich zwei Mal kam es zu Falschalarmen, die von weiteren Bombenanschlägen berichteten. Mehrfach musste die Polizei Streifen aussenden und Entwarnung geben. Ein im Laufe der Fahndung erster Festgenommener wurde nach einem kurzen Verhör wieder frei gelassen.

Israels Öffentlichkeit, vor allem die Tel Aviver, war seit langem vorgewarnt. Ständig sind in Israels Strandmetropole Anschläge zu erwarten. Nach Ausbruch der letzten Gewaltwelle am und im Gazastreifen erhöhte sich diese Gefahr.

Hamas veröffentlicht Bekennerschreiben

Die Hamas veröffentlichte Minuten nach dem Anschlag eine Stellungnahme: „Wir beglückwünschen unsere Kämpfer zu ihrer erfolgreichen Mission.“ Der Anschlag, so Hamas, sei eine „natürliche Reaktion“ auf den Tod der Familie Dalo in Gaza, die durch eine falsch geleitete israelische Rakete letzte Woche getötet wurde.

Eine iranische Nachrichtenagentur meldete auch, der Anschlag sei vom militärischen Flügel der al-Fatah durchgeführt wurde, was aber keine weitere Quelle bestätigte.

Weitere Raketenangriffe auf israelische Dörfer

Im Süden Israels kam es seit den Morgenstunden wieder zu Raketenangriffen auf israelische Dörfer und Städte aus dem Gazastreifen. Eine Frau überlebte einen direkten Einschlag in ihre Wohnung mit leichten Verletzungen. Zwei weitere Einwohner wurden durch Splitter verletzt.

Eine Sondersitzung des Sicherheitskabinetts in Jerusalem trat am Mittwochmittag nach dem Anschlag zusammen. Sie war vor dem Anschlag einberufen worden und soll über die letzten Vorschläge aus Ägypten zu einer Waffenruhe beraten. Laut diplomatischen Quellen gehen die Bemühungen um eine Waffenruhe mit ägyptischer und amerikanischer Vermittlung auch nach dem Anschlag ungebrochen weiter.

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