Gazastreifen

Wieder Raketen auf Israel - Waffenruhe scheitert vorerst

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Foto: MOHAMMED ABED / AFP

Militante Palästinenser haben ihre Angriffe auf Israel fortgesetzt. Die Hoffnungen auf eine rasche Waffenruhe haben sich zerschlagen.

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben auch am Mittwochmorgen die Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Der israelische Rundfunk meldete, in einigen Ortschaften im Umkreis des Palästinensergebiets habe es Luftalarm gegeben.

Auch die Hafenstadt Aschdod sei in der Nacht wieder beschossen worden, die Raketenabwehr habe zwei Raketen abgeschossen. In der Nacht waren auch die israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen weitergegangen. Hoffnungen auf eine rasche Waffenruhe-Vereinbarung unter ägyptischer Vermittlung hatten sich am Dienstagabend zerschlagen.

Das israelische Fernsehen berichtete am Mittwoch, es gebe noch Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Seiten. Man hoffe jedoch auf eine Einigung binnen 24 Stunden. US-Außenministerin Hillary Clinton führte in der Nacht Gespräche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Außenminister Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Ehud Barak. Am Mittwoch wollte sie auch den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas treffen und später nach Ägypten weiterreisen.

Clinton hob die Bedeutung einer für alle Seiten akzeptablen Lösung des Nahost-Konflikts hervor. „Das Ziel ist eine dauerhafte Regelung, die zur regionalen Stabilität beiträgt und den Sicherheitsinteressen und legitimen Forderungen Israels und der Palästinenser Rechnung trägt“, sagte sie.

Angriffe auf beiden Seiten gehen weiter

Noch am Dienstagabend hatten beide Seiten ihre Angriffe verstärkt. Die israelische Armee bestätigte weit mehr als 20 Einsätze in den letzten Stunden des Tages. Unter anderem sei eine Einsatzzentrale der Hamas in einem Mediengebäude angegriffen worden, hieß es. Außerdem hätten Kampfflugzeuge am Dienstagabend Raketenabschussanlagen, Waffenlager und -Fabriken sowie Schmugglertunnel bombardiert.

Der US-Sender CNN berichtete am frühen Mittwochmorgen von einer Serie von Explosionen an einem Regierungsgebäude in Gaza-Stadt. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete den Beschuss einer Polizeistation in Chan Junis im Süden des Palästinensergebiets.

Laut dem israelischen Nachrichtenportal Ynet schlugen am späten Abend erneut Raketen aus dem Gazastreifen auf israelischem Gebiet ein. Meldungen über Schäden oder Verletzte gab es nicht. Wie die Armee am Morgen mitteilte, wurden zwei weitere Geschosse, die auf dicht besiedeltes Gebiet aufgefeuert worden sein, in der Nacht abgefangen und zerstört.

Israel warnt Journalisten

Die israelische Armee forderte Journalisten im Gazastreifen auf, sich von Vertretern der Hamas oder deren Einrichtungen fernzuhalten. „Hamas, eine Terrorgruppe, wird sie als menschliche Schutzschilde benutzen“, heißt es in einer über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten Warnung. Die Kassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, wies die Anschuldigungen ebenfalls über Twitter zurück: „Wir haben nur israelische Soldaten, Kampfflugzeuge, Panzer und Stützpunkte im Visier.“

Seit der blutigen Eskalation des Konflikts vor einer Woche kamen mehr als 130 Menschen im Gazastreifen und fünf in Israel ums Leben. Fast 1000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.

Absage der Verhandlungen via Twitter

Bis zum Dienstagabend war am Verhandlungsort in Kairo mit der Verkündung der Waffenruhe gerechnet worden. Zuvor hatte Mursi angekündigt: „Der israelische Angriff auf den Gazastreifen wird heute enden. Die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen der palästinensischen und der israelischen Seite werden in den nächsten Stunden positive Ergebnisse bringen.“

Die Absage kam dann per Twitter. „Bisher gibt es keine Einigung auf ein Abkommen, und es wird auch heute Nacht keine mehr geben. Alle Optionen sind offen. Unser Volk und unser Widerstand sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet“, schrieb das Mitglied des Hamas-Politbüros, Isat Rischek.

( dpa/bee )