Frankreich

Jubel über Herabstufung – Le Pen will Franc zurück

Der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen passt die Herabstufung durch S&P gut in den Kram: In den Umfragen legt sie zu.

In Frankreich gibt es eine große Gewinnerin nach dem Verlust des Triple A: Die rechtsextreme Spitzenkandidatin der Front National, Marine Le Pen, kann sich in Umfragen auf 21,5 Prozent der Stimmen steigern. Le Pen schnitt am vergangenen Wochenenden ihre Reden auf die neue ökonomische Situation Frankreichs zu: „Sarkozy hat uns in die ökonomisch Hölle geschickt“, sagte Le Pen vor ihren Anhängern.

Die rechtsextreme Politikerin hat für die Präsidentschaftswahl im April ein nationales Programm vorgelegt, in dem sie die Wiedereinführung des französische Francs vorschlägt.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Frankreich am Freitag die Bestnote entzogen. Die Kreditwürdigkeit des Landes wird nur noch mit AA+ statt mit AAA bewertet. Die Ratingagentur Moody's teilte dagegen am Montag mit, sie sehe Frankreich weiter in der Top-Kategorie .

Die dritte Ratingagentur, das von französischen Eignern dominierte Unternehmen Fitch, hatte bereits vor einer Woche mitgeteilt, dass Frankreich in diesem Jahr nicht herabgestuft werde. Lediglich eine dramatische Verschärfung der Euro-Krise könne an dieser Einschätzung etwas ändern, sagte eine Sprecherin.

Unterdessen sorgt Verteidigungsminister Gérard Longuet mit einem gewagten Vergleich für Kritik: Longuet warf dem aussichtsreichen Spitzenkandidaten der französischen Sozialisten Hollande in dem Fernsehsender LCI vor, er würde wie der Kapitän des gestrandeten Schiffs „Costa Concordia“ das Land „auf ein Riff zusteuern“. Hollande liegt in aktuellen Umfragen vor dem amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy, dessen konservativer Partei UMP Longuet angehört.