Wahlkampf in Frankreich

"Sarkozy ist unfähig, machtlos, gleichgültig"

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Foto: dpa / dpa/DPA

Hollande hat Präsident Sarkozy in einem Brief an alle Franzosen ein Scheitern auf ganzer Linie attestiert. Der Sozialist will "den französischen Traum wiederbeleben".

Rund vier Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich sind die oppositionellen Sozialisten zu Jahresbeginn in die Offensive gegangen. In einem Brief an alle Franzosen rief ihr Kandidat François Hollande zur Neuausrichtung der Nation auf.

"Ich will den französischen Traum wiederbeleben", schrieb Hollande in dem Brief, den die Zeitung "Libération" veröffentlichte. Präsident Nicolas Sarkozy warf er umfassendes Scheitern vor: Sarkozy stehe für eine "Präsidentschaft der Worte", zudem sei er "der Präsident der Privilegien". Dies müsse jetzt geändert werden.

Wahrheit, Willensstärke, Gerechtigkeit und Hoffnung

Hollande kritisierte, dass der Präsident "unfähig" sei, eine Lösung für die Krise in der Euro-Zone zu finden. Er sei "machtlos" angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit und "gleichgültig" gegenüber den zunehmenden sozialen Unterschieden, nachdem er die Reichsten des Landes geschont habe.

Sarkozy sei persönlich für die Lage in Frankreich verantwortlich; das Land sei "erniedrigt, geschwächt, beschädigt und 'degradiert'", hob der sozialistische Kandidat hervor. Hollande nannte vier Prinzipien, auf die er setzen wolle: Wahrheit, Willensstärke, Gerechtigkeit und Hoffnung.

Hollande ohne konkrete Vorschläge

Die konservative Regierungspartei UMP und die Regierung kritisierten, dass Hollande keine konkreten Vorschläge mache. Der sozialistische Kandidat hat sein Programm offiziell noch nicht vorgestellt, am 22. Januar will er eine umfassende Rede dazu halten.

Er sei nur der Kandidat "der großen Worte", erklärte Regierungssprecherin Valérie Pécresse. Hollande will in den nächsten Tagen seine Wahlkampf-Auftritte intensivieren. Sarkozy hat offiziell noch nicht erklärt, dass er als Kandidat wieder antritt. Dies wird frühestens Ende Februar erwartet. Seine Kandidatur gilt aber als sicher.

Als der Sozialist Hollande zum Kandidaten gekürt wurde, waren nur 31 Prozent der Franzosen mit Sarkozys Amtsführung zufrieden. Hollande hätten Sarkozy in einer Stichwahl um die Präsidentschaft klar besiegt.

( AFP/jm )

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