Ägypten

Militärrat rechtfertigt Gewalt mit "Verschwörung"

Nach den blutigen Auseinandersetzungen in Kairo hat der Militärrat jegliche Kritik zurückgewiesen. Die Unruhen seien Teil einer Verschwörung.

Der regierende ägyptische Militärrat hat Kritik am harten Durchgreifen der Soldaten bei den seit drei Tagen andauernden Unruhen zurückgewiesen.

Die Krawalle seien Teil einer Verschwörung gegen Ägypten und die Truppen hätten das Recht, das Eigentum des Volkes zu schützen, hieß es in einer Erklärung auf der Facebook-Seite des Militärrats. Außerdem wurden dort Videos von steinewerfenden jungen Männern veröffentlicht.

Beobachter werteten das als Versuch, die Demonstranten als Randalierer darzustellen und auf die Bilder von Misshandlungen durch Soldaten zu reagieren, die am Wochenende um die Welt gingen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat derweil den ägyptischen Sicherheitskräften vorgeworfen, mit exzessiver Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. In einer Erklärung seines Büros forderte Ban die Führung des nordafrikanischen Landes auf, Zurückhaltung zu üben und die Menschenrechte zu achten.

Mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen

In den vorangegangenen drei Tagen waren bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Gegnern der Herrschaft des Militärs in Kairo mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.

Die Demonstranten fordern das Militär zum Abtreten auf. Dieses hatte nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak im Februar die Macht übernommen.

Der Oberste Militärrat will auch nach Abschluss der derzeit laufenden Parlamentswahlen im Januar die Führung des Landes behalten und sie erst bis Juli an einen gewählten Präsidenten abgeben.

( dapd/rtr/fsc )

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