Proteste gegen Assad

Neue Gewaltwelle in Syrien fordert 21 Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer in Syrien steigt weiter an: Bei Protesten gegen Präsident Assad sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Weltgemeinschaft angesichts des anhaltenden gewaltsamen Vorgehens der syrischen Sicherheitskräfte gegen die Protestbewegung zum Handeln aufgerufen. „Mehr als 5000 Menschen in Syrien sind tot, das kann nicht so weiter gehen“, sagte Ban in New York. „Im Namen der Menschlichkeit ist es Zeit, dass die internationale Gemeinschaft handelt.“

Seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad wurden nach Angaben der Vereinten Nationen Mitte März mehr als 5000 Menschen getötet, unter ihnen mehr als 300 Kinder. Versuche im UN-Sicherheitsrat, eine Resolution gegen die Regierung in Damaskus zu erwirken, sind bisher am Widerstand der Veto-Staaten China und Russland gescheitert.

Ban begrüßte das Vorgehen der Arabischen Liga, die jüngst Sanktionen verhängte. Die Außenminister der Liga wollen am Samstag eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über die Entsendung von Beobachtern nach Syrien zu beraten. Syrien hatte dazu erst seine Bereitschaft erklärt, nachdem die Liga harte Sanktionen beschlossen hatte. Sie sehen vor, die Handelsbeziehungen mit Syrien auf Eis zu legen, Konten der syrischen Führung einzufrieren und Politiker mit Einreiseverboten zu belegen.

Der für den Nahen Osten zuständige Koordinator im US-Außenministerium, Frederic Hof, sagte vor Abgeordneten des Repräsentantenhauses, die Regierung in Damaskus werde nicht überleben. Es sei aber schwierig zu sagen, wie lange sich Assad noch halten könne. Gleichzeitig rief er Russland, China und auch Indien auf, sich nicht länger gegen ein Vorgehen der UNO gegen Damaskus zu stemmen.

Nach Angaben von Aktivisten wurden am Mittwoch erneut mindestens 21 Zivilisten von Sicherheitskräften in Syrien getötet. Die meisten Toten gab es in der Provinz Hama, wo elf Zivilisten starben, wie die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. In der Region hätten Deserteure in einer Vergeltungsaktion auch einen Konvoi der Armee überfallen und acht Soldaten getötet. Sie hätten damit auf den Tod von fünf Zivilisten reagiert, deren Auto am Morgen von Sicherheitskräften unter Feuer genommen worden sei.

In der Stadt Homs starben den Aktivisten zufolge fünf Zivilisten durch Schüsse aus Maschinengewehren. Drei weitere seien nahe der türkischen Grenze in Idleb getötet worden und zwei in der Provinz Daraa.