Ägypten

Muslimbrüder bauen Vorsprung bei Wahl aus

Die islamistischen Muslimbrüder haben eine weitere Stufe der ägyptischen Parlamentswahl gewonnen. Offenbar kommt die Partei nach der ersten Stichwahl um Direktmandate auf 40 Prozent der Abgeordneten.

Foto: dpa

Die Partei Freiheit und Gerechtigkeit der Muslimbrüder hat eigenen Angaben zufolge eine weitere Stufe der ägyptischen Parlamentswahl gewonnen. Laut einer am Mittwoch veröffentlichen Stellungnahme kommen die Islamisten nach der ersten Stichwahl um Direktmandate auf 40 Prozent der Abgeordneten. Das neue ägyptische Parlament wird in drei Staffeln gewählt. In der am Dienstag beendeten Stichwahl wurde über 56 Direktmandate im insgesamt 498 Abgeordnete umfassenden Parlament entschieden. Laut Aussage der Muslimbrüder hat ihre Partei in dieser Runde 36 Sitze gewonnen.

Bisher wurde in neun Provinzen gewählt. Vier Direktmandate konnte sich demnach die radikal-islamische Partei des Lichts sichern. Weitere vier Sitze entfielen auf andere Islamisten.

In Kairo wurden bei der Stichwahl am Montag und Dienstag dieser Woche zwei Vertreter der jungen „Revolutionsbewegung“ gewählt. Ägyptische Medien berichteten, eine Frau im Brautkleid sei in der Stadt Alexandria von Anhängern der Partei des Lichts an der Stimmabgabe gehindert worden. Die Islamisten hätten Anstoß an ihrem Kleid genommen.

Die offiziellen Ergebnisse werden für diesen Donnerstag erwartet. Die Parlamentswahl hatte am 28. November in Kairo, Alexandria und sieben weiteren Provinzen begonnen. In neun weiteren Provinzen wird am 14. Dezember erstmals gewählt, in den restlichen Provinzen am 3. Januar. Insgesamt werden 498 Abgeordnete aus 27 Provinzen gewählt, davon zwei Drittel über Listen und ein Drittel über Direktwahl.

Noch am Mittwoch sollte die neue Übergangsregierung unter Ministerpräsident Kamal al-Gansuri vereidigt werden. Er ernannte General Mohamed Ibrahim zu seinen Innenminister. Der General war bislang für die Sicherheit in der Provinz Gizeh zuständig.

Al-Gansuri war vom regierenden Militärrat im November mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt worden, nachdem das frühere Kabinett zurückgetreten war. Auslöser des Rücktritts waren Proteste gegen den Militärrat und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und den Demonstranten.

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