Parlamentswahl

Muslimbrüder liegen in Ägypten auf Platz eins

Nach der ersten Runde der ägyptischen Parlamentswahl gibt es erste Hinweise auf einen Vorsprung der Islamisten. In Kairo kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

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Nach der ersten Teilrunde der ägyptischen Parlamentswahl liegen die Muslimbrüder nach eigenen Angaben in Führung. Die ersten Ergebnisse der Auszählung zeigten, dass ihre Partei für Freiheit und Gerechtigkeit den ersten Platz belege, erklärten sie am Mittwoch.

Zuvor hatten bereits die regierungsamtliche Zeitung „El Ahram“ und andere Blätter berichtet, dass die Muslimbrüder in sechs von neun Gouvernoraten in Führung lägen, gefolgt von der fundamentalistischen Salafisten-Partei El Nur. Erst danach komme der Ägyptische Block, ein Zusammenschluss liberaler und sozialdemokratischer Parteien.

Erste von fünf Wahlrunden

Am Montag und Dienstag war unter anderem in der Hauptstadt Kairo und in der zweitgrößten ägyptischen Stadt Alexandria gewählt worden. Die Abstimmung in den verbleibenden drei Gouvernoraten des ersten von drei Wahlbezirken ist für den 5. Dezember vorgesehen.

Ab dem 14. Dezember und ab dem 3. Januar wird in jeweils noch einmal neun der insgesamt 27 Gouvernorate gewählt. Danach findet bis zum 11. März die Wahl zur zweiten Parlamentskammer, der Schura, statt.

Schlägereien zwischen Demonstranten und Straßenhändlern

In Kairo wurden unterdessen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Straßenhändlern dutzende Menschen verletzt. Augenzeugen zufolge wollten die Protestierenden auf dem symbolträchtigen Tahrir-Platz im Zentrum der Hauptstadt die Händler von dem Ort vertreiben, wogegen diese sich wehrten.

Demnach warfen beide Seiten Steine und Sprengsätze. Das ägyptische Gesundheitsministerium sprach anschließend von 79 Verletzten, von denen 29 in Krankenhäuser eingeliefert worden seien.

Auf dem Tahrir-Platz demonstrieren seit rund zwei Wochen wieder Menschenmassen, die den Rücktritt des herrschenden Militärrats fordern. Der Platz ist das Zentrum der ägyptischen Demokratiebewegung. Er war bereits vor dem Sturz von Präsident Husni Mubarak am 11. Februar Schauplatz wochenlanger Proteste.