Estland

Russland empört über Einstellung von NS-Prozess

Die estnischen Behörden stellen wegen Zweifels an der Identität ein Verfahren gegen einen mutmaßlichen Massenmörder ein. Russland sieht das als "Verhöhnung".

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Das russische Außenministerium hat empört auf die Einstellung eines Verfahrens gegen einen mutmaßlichen estnischen NS-Verbrecher durch die Generalstaatsanwaltschaft in Tallinn reagiert.

Der heute 88-jährige Michail Gorschkow soll sich während des Zweiten Weltkriegs nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion an der Ermordung von bis zu 3000 Juden beteiligt haben. Die estnischen Ermittlungsbehörden sehen dagegen keine Möglichkeit, die Identität des Täters zweifelsfrei zu klären.

Das Außenministerium in Moskau bewertet den Vorgang nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Ria-Novosti als „Verhöhnung des Andenkens der Opfer des Faschismus“. Zwischen Estland und Russland kommt es immer wieder zu Streit über die Bewertung der gemeinsamen Geschichte.