Haftbefehl ausgestellt

Serbien jagt angeblich tote Ex-KZ-Aufseherin

Als 16-Jährige fing die Kroatin Nada Sakic 1942 an, weibliche Gefangene in einem KZ zu terrorisieren. Sie starb angeblich 2008 – doch Serbien will sie verhaften.

Foto: picture-alliance / dpa / picture-alliance / dpa/EPA

Serbien hat einen internationalen Haftbefehl für die frühere kroatische KZ-Wärterin Nada Sakic ausgestellt. Die 85-Jährige werde wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht, teilte das serbische Justizministerium mit.

Kroatischen Medienberichten zufolge starb die Frau allerdings bereits im Februar im Alter von 85 Jahren. Serbische Medien dagegen berichten, sie lebe heute in Argentinien.

Sakic leitete während des Zweiten Weltkriegs den Frauenteil des Konzentrationslagers Stara Gradiska. Dieses Lager gehörte zum Vernichtungslager Jasenovac, das von dem mit Hitler-Deutschland verbündeten Ustascha-Regime eingerichtet worden war.

Sakics Mann starb 2008 in Haft

Zu Beginn ihrer Arbeit in Stara Gradiska im Jahr 1942 war sie gerade einmal 16 Jahre alt war. Sie ist die Schwester von Max Luburic, dem Kommandeur aller Ustascha-Lager in Bosnien und Kroatien. Verheiratet war sie ebenfalls mit einem Mörder: Dinko Sakic, der seinerseits das Vernichtungslager von Jasenovac leitete.

Das Ehepaar lebte nach dem Krieg lange Zeit unbehelligt in Argentinien. Im Jahr 1998 wurden sie nach Kroatien ausgeliefert, doch während Sakic zur Höchststrafe von 20 Jahren verurteilt wurde und 2008 in Haft starb, wurde Sakic Anfang 1999 mangels Beweisen wieder freigelassen.