Kenia

Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai gestorben

Foto: REUTERS

Die kenianische Umweltschützerin Wangari Maathai ist tot. Die 71-Jährige war 2004 als erste afrikanische Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Wangari Maathai, Friedensnobelpreisträgerin von 2004 und kenianische Umweltschützerin, ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Die zwischenzeitliche stellvertretende kenianische Umweltministerin erlag am Sonntagabend in einem Krankenhaus in Nairobi einem Krebsleiden.

Maathai hatte 2004 als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis erhalten. 1977 hatte sie mit der von ihr gegründeten Grüngürtel-Bewegung das größte Aufforstungsprojekt in Afrika gegründet. Seither wurden fast 40 Millionen Bäume gepflanzt. Deshalb wurde sie auch unter dem Namen „Mutter der Bäume“ bekannt.

Maathai machte sich auch als Kämpferin für Frauenrechte, Menschenrechte und gegen Korruption einen Namen. Sie war von 1976 bis 1987 in Kenias Nationalem Frauenrat aktiv, den sie 1981-87 als Präsidentin leitete. Wegen ihres Engagements geriet sie immer wieder mit der Regierung des früheren Machthabers Daniel arap Moi in Konflikt, wurde mehrfach zusammengeschlagen und wegen ihres Engagements ins Gefängnis gesteckt. Nach der Ablösung des Diktators wurde sie von 2002 bis 2005 stellvertretende Umweltministerin des Landes.

Die Wurzeln für Maathais Engagement liegen nicht zuletzt in ihrer katholischen Erziehung und einem Aufenthalt in Deutschland. Ihr Interesse an Wissenschaft und Politik schrieb sie unter anderem ihrer katholischen Ordensschule in Limuru nahe Nairobi zu. Auch als die Professorin für Tier-Anatomie 1960 ein Stipendium für die USA erhielt, wechselte sie auf ein College der Benediktinerinnen.

In Deutschland lebte Maathai zwischen 1967 und 1969 als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Dabei erlebte sie die Aufbruchstimmung der Studentenbewegung und im Münchener Umland. Andererseits aber machte sie auf der Zimmersuche in Gießen schlechte Erfahrungen mit rassistischen Vermietern, die ihr die Nase vor der Tür zuschlugen.

( KNA/sei )

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