Russlands Premier

Wladimir Putin beschimpft USA als "Parasiten"

Der russische Premierminister Wladimir Putin lästert über die USA. Die Amerikaner belasteten die Weltwirtschaft mit ihren Problemen und "leben wie Parasiten".

Russlands Premierminister Wladimir Putin hat die USA scharf angegriffen. Die Vereinigten Staaten "leben wie Parasiten" von der Weltwirtschaft, sagte er bei einem Besuch im traditionellen Sommerlager der Kreml-Jugendorganisation am Seligersee im Nordwesten Russlands. Die Teilnehmer am propagandistischen Ferienlager gelten als Kaderreserve Russlands.

Die Dominanz des Dollars bedrohe die Finanzmärkte überall. Die USA "leben über ihre Verhältnisse und schieben einen Teil ihrer Probleme auf die Weltwirtschaft ab", so Putin.

Die Einigung im US-Schuldenstreit kommentierte Putin so: "Gott sei Dank hatten sie genug Menschenverstand und Verantwortungsgefühl, um eine ausgewogene Entscheidung zu treffen." Der Premier sagte, Russland habe viele US-Staatsanleihen. "Wenn es dort drüben einen Systemfehler gibt, betrifft das alle."

Putin hält Zusammenschluss mit Weißrussland für möglich

Auch über das westliche Nachbarland Weißrussland sprach Putin bei seinem Besuch. Die Rückkehr zu einer Einheit nach sowjetischem Vorbild nach 20 Jahren sei „wünschenswert“, sagte Putin den kremltreuen Jugendlichen. Ein solcher Schritt hänge aber „gänzlich vom Willen des weißrussischen Volkes ab“.

Weißrusslands autoritärer Staatschef Alexander Lukaschenko hatte in den 1990er Jahren mit dem Projekt sympathisiert. Er lehnt die Idee aber mittlerweile ab. Russland und Weißrussland verbindet eine Zollunion, der auch die Ex-Sowjetrepublik Kasachstan angehört.

Sieben Monate vor der Präsidentenwahl in Russland ließ der Regierungschef eine mögliche Kandidatur weiter offen. Stattdessen lobte er demonstrativ seine Zusammenarbeit mit Kremlchef Dmitri Medwedjew. „Dieses berüchtigte Tandem , von dem so viel gesprochen wird, hat sich als effektiv erwiesen.

Natürlich gebe es „unterschiedliche Ansichten“, sagte er nach Angaben der Agentur Interfax. Das Wichtigste sei aber, dass Medwedjew und er „ausgewogene Beschlüsse im Rahmen der eigenen Kompetenz fassen“ würden.

Auch Medwedjew hält sich eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentenwahl im März 2012 bisher offen. Zuletzt gab ein Video der Regierungspartei Geeintes Russland Spekulationen über eine mögliche Kandidatur Putins neue Nahrung. Der Film mit dem Titel „Wir bauen ein neues Russland“ zeigt den Regierungschef als entschlossenen Macher. Putin war von 2000 bis 2008 bereits Präsident.