Berlin

Netzwerk berät erneut über Quadriga-Preis für Putin

Erhält Russlands Regierungschef Wladimir Putin den renommierten Quadriga-Preis doch nicht? Eine Erklärung ist angekündigt.

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Nach der heftigen Kritik an der Vergabe des Quadriga-Preises an Russlands Regierungschef Wladimir Putin haben die Initiatoren jetzt erneut über die Entscheidung beraten. Dies teilte ein Sprecher des Netzwerks Quadriga in Berlin mit. Er kündigte eine Erklärung an.

Bereits am Montagabend hatte es eine weitere Sitzung gegeben, die aber ohne Ergebnis geblieben und vertagt worden war.

Kritik von Politikern und Menschenrechtlern

Das Kuratorium der Vereinigung hatte die Ehrung, die seit 2003 jährlich am Tag der Deutschen Einheit verliehen wird, dem russischen Ministerpräsidenten für die Vertiefung der deutsch-russischen Beziehungen, für seine Berechenbarkeit und sein Stehvermögen zuerkannt.

Zuvor hatte es Streit innerhalb des Gremiums sowie heftige Kritik deutscher Politiker und russischer Menschenrechtler gegeben, die in der Auszeichnung Putins ein falsches Signal zu einem bedenklichen Zeitpunkt sehen. Im März 2012 wird in Russland ein neuer Präsident gewählt.

Bemängelt werden zudem Defizite bei der Rechtsstaatlichkeit und Verwirklichung der Menschenrechte in Putins Politik.

Putin schweigt zum Streit um Quadriga-Preis

Putin will sich nach Angaben seines Sprechers vorerst nicht zum Streit um seine Auszeichnung mit dem deutschen Quadriga-Preis äußern. „Kein Kommentar“, sagte Dmitri Peskow auf Anfrage der russischen Zeitung „Iswestija“.

Vertreter des Vereins Werkstatt Deutschland sollen sich im März mit Putins außenpolitischem Berater über die Preisverleihung abgestimmt haben. Im Gespräch ist die Ehrung demnach bereits seit dem Jahreswechsel gewesen.