Lockerbie-Attentäter

US-Politiker fordern Auslieferung von Megrahi

2009 war der Lockerbie-Attentäter Megrahi wegen eines Krebsleidens aus seiner Haft entlassen worden. US-Politiker wollen jetzt, dass er ausgeliefert wird.

US-Politiker haben den Nationalen Übergangsrat in Libyen zur Auslieferung des wegen des Lockerbie-Anschlags verurteilten Abdelbaset el Megrahi aufgefordert. Der Drahtzieher des Anschlags auf die Pan-Am-Passagiermaschine über dem schottischen Lockerbie 1988 müsse festgenommen und ausgeliefert werden, damit es „endlich Gerechtigkeit“ geben könne, erklärte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney am Montag.

Eine Auslieferung wäre ein Signal an die Welt, dass das neue Libyen an Gerechtigkeit glaube und die Absicht habe, sich an internationales Recht zu halten, sagte der Senator des US-Bundesstaats New Jersey, Robert Menendez, dem Magazin „Foreign Policy“.

Auch die Senatoren des US-Bundesstaats New York, Charles Schumer und Kirsten Gillibrand, forderten die erneute Inhaftierung Megrahis. Seine Freilassung aus schottischer Haft 2009 sei ein „völliges Fehlurteil“ gewesen, erklärte Gillibrand. Zudem übte sie scharfe Kritik an dem Auftritt Megrahis im vergangenen Monat bei einer Kundgebung für den libyschen Machthaber Muammar el Gaddafi.

Bei bester Gesundheit

Ihn dort bei bester Gesundheit als Teilnehmer zu sehen, sei „ein Schlag ins Gesicht“ für die Familien der Lockerbie-Opfer . Megrahi war im August 2009 aus humanitären Gründen von der schottischen Regionalregierung begnadigt worden, weil er aufgrund einer Krebserkrankung im Endstadium angeblich nur noch drei Monate zu leben hatte.

Die USA haben kein Auslieferungsabkommen mit Libyen. Die Zeitung „Los Angeles Times“ zitierte zudem einen Vertreter des libyschen Übergangsrates, wonach eine Entscheidung erst nach der Wahl einer neuen Regierung erfolgen könne, was bis zu zwei Jahre dauern könne.

( AFP/gefi )