18.03 Uhr: Junge Sozialdemokraten wollen sich Utoya "zurückholen"
Die jungen norwegischen Sozialdemokraten wollen die kleine Fjordinsel Utøya bei Oslo auch nach dem Massaker für ihre jährlichen Sommerlager nutzen. Der Vorsitzende der Jugendorganisation, Eskil Pedersen, erklärt in Oslo: „In dieser Lage schicken wir eine klare Botschaft: Wir wollen uns Utøya zurückholen.“
17.42 Uhr: Polizei will erste Namen der Opfer bekannt geben
Auf Utoya sind rund 30 Polizisten im Einsatz. Zeitgleich läuft die Identifizierung der Anschlagsopfer. Erste Namen will die Polizei gegen 18 Uhr bekanntgeben
17.02 Uhr: Frühere Stiefmutter Breiviks sah keine Anzeichen für Anschlag
Der Attentäter von Norwegen hat nach Aussage seiner ehemaligen Stiefmutter keine Hinweise auf seine geplante Tat geliefert. Anders Behring Breivik „war ein ganz normaler Norweger, ein wohlerzogener Junge. Man kann das wirklich nicht verstehen“, sagte Tove Oevermo.
„Ich habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass er diese Person ist. Es ist wirklich ein Schock.“ Oevermo ließ sich von Breiviks Vater scheiden, als der spätere Attentäter noch ein Jugendlicher war. Sie habe jedoch auch nach der Trennung Kontakt zu Breivik gehalten.
16.46 Uhr: Tempelritter distanzieren sich von Breivik
Die deutschen Tempelritter haben jegliche Verbindung zu den Anschlägen in Norwegen weit von sich geweisen. Elke Bruns, die als Großpriorin an der Spitze der deutschen Sektion der Tempelritter steht, sagte der Zeitung „Die Welt“: „Diese Anschläge sind eine Katastrophe. Es ist ein Schlag ins Gesicht, wenn wir mit diesem Fall in einen Topf geworfen werden.“
Der Attentäter Anders Behring Breivik nennt sich in seinem „Manifest“ selbst Tempelritter. Die modernen Templer vergleichen sich nach dem Bericht mit Organisationen wie dem Malteser Hilfsdienst und weisen auf ihre humanitäre Arbeit hin.
16.28 Uhr: Attentäter von Oslo erwähnte Schweizer Firmen
Der mutmaßliche Attentäter von Oslo hat in seinem „Manifest“ auch mögliche Anschlagsziele in der Schweiz aufgeführt. Genannt sind beispielsweise die Raffinerien von Cressier und Collombey sowie die Atomkraftwerke von Beznau, Gösgen, Leibstadt und Mühleber.
Die „Kämpfer des Widerstands“ sollten in den genannten Ländern handeln, „weil sie nicht auf einen Wechsel durch demokratische Mittel hoffen können“, heißt es in dem Schreiben. Das treffe auch auf die Schweiz zu. Anders Behring Breivik schreibt weiter von rund einer halben Million „multikulturellen Verrätern“ in der Schweiz. Sie hätten die Einwanderung der Muslime erleichtert.
16.14 Uhr: Polnische Ermittler ermitteln nach Bombenanschlag gegen Händler
Die Behörden in Polen haben Ermittlungen gegen einen heimischen Händler aufgenommen, der dem mutmaßlichen Attentäter Anders Behring Breivik Komponenten für seine Bombe verkauft hat. Konkret werde wegen „unerlaubten Besitzes und Handels mit gefährlichen Substanzen“ ermittelt, teilte der polnische Inlandsgeheimdienst ABW am Dienstag mit. Die Rechtswidrigkeit kann mit bis zu acht Jahren Haft bestraft werden.
Am Montag hatte ein ABW-Vertreter erklärt, dass Behring in Polen bei einem Online-Händler handelsübliche chemische Substanzen erworben habe. Der Umfang der Käufe sei jedoch unerheblich gewesen, hieß es.
15.41 Uhr: Händler in Oslo ordern Rosen-Nachschub
Nach den Anschlägen vom Freitag gleicht Oslos Zentrum an vielen Orten einem Blumenmeer. Den Händlern in der norwegischen Hauptstadt gehen vor allem die Rosen aus. Am Tag nach dem „Rosenmarsch“ aus Trauer um die 76 Toten der beiden Anschläge ringen die Floristen um Nachschub. „Gestern haben wir verkauft, was wir hatten“, sagt Blumenhändler Sezar Kayri am Dienstag.
Trotz einer Nachbestellung beim Großhändler sei am Nachmittag alles weg gewesen. 2000 Rosen zu umgerechnet je fünf Euro habe er an einem Tag verkauft, dazu mehr als 1000 Kerzen – so viele wie noch nie zuvor, sagt Kayri. Wäre es nur kein so trauriger Grund: „Wenn es ein schöner Anlass wäre, wäre es einfacher.“ 700 zusätzliche Rosen habe er für Dienstag bestellt.
15.17 Uhr: Türkische Gemeinde in Deutschland fordert Präventionsgipfel
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, fordert von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Konsequenzen aus den Anschlägen in Norwegen. So sollte Friedrich einen „Präventionsgipfel zum Thema Islamophobie“ einberufen, sagte Kolat am Dienstag. Es müsse nun ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit geben.
Kolat fügte hinzu, notwendig sei auch ein NPD-Verbot. Aber damit werde „das Problem nicht automatisch gelöst“. Kolat betonte: „Denn diese Einstellungen sind in der Gesellschaft da – und wir müssen dagegen gemeinsam kämpfen.“
14.38 Uhr: Vater will nie wieder Kontakt zu Breivik
Der Vater des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik will nie wieder Kontakt zu seinem Sohn haben. „In meinen schlimmsten Stunden denke ich, er hätte sich sein eigenes Leben nehmen sollen, statt so viele andere Menschen zu töten“, sagte Jens Breivik im Interview des norwegischen Fernsehsenders TV2. Er sei verzweifelt, erklärte der Rentner. „Ich verstehe noch immer nicht, wie jemand so etwas tun kann. Das ist kein normaler Mensch, der so etwas tut.“ Sein Sohn müsse psychisch krank sein.
Breiviks Vater, der sein Gesicht im Fernsehen nicht zeigen wollte, sagte, er habe seit 1995 nicht mehr mit seinem Sohn gesprochen. Die Eltern hätten sich schon 1980 getrennt. Als Junge sei Breivik verschlossen, nicht sehr sozial, aber auch nicht extrem gewesen. Dass der 32-Jährige sich jetzt als so extrem rechtsradikal zeige, verstehe er nicht.
14.10 Uhr: Attentäter hatte Finanzplan für Anschläge
Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass Anders Behring Breivik einen detaillierten und über mehrere Jahre angelegten Plan zur Finanzierung der Anschläge hatte. In seinem im Internet veröffentlichten Pamphlet habe der 32-Jährige einen auf neun Jahre angelegten Finanzierungsplan beschrieben.
13.50 Uhr: EU-Länder wollen Konsequenzen ziehen
Als Reaktion auf die Anschläge wollen die EU-Innenminister über die Gefahren von Extremismus und Fremdenfeindlichkeit in Europa diskutieren. „Die Tragödie in Norwegen erfordert das sehr deutlich“, erklärt ein Sprecher von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in Brüssel. Das Thema werde auf der Tagesordnung des nächsten Treffens der EU-Innenminister Ende September stehen.
„Im Moment haben wir vor, auch norwegische Behörden einzuladen, um mögliche Konsequenzen der Anschläge zu diskutieren“, sagt der Sprecher. Es solle um einen Meinungs- und Informationsaustausch gehen. Norwegen ist kein Mitgliedsland der EU.
13.37 Uhr: Islamgegner Wilders verurteilt Anschläge
Der niederländische Islamgegner Geert Wilders verurteilt die Terroranschläge und bezeichnet den Täter als „Wahnsinnigen“. Zugleich weist er jedwede potenzielle Mitschuld durch seine weithin bekannten islamkritischen Reden vehement zurück.
Weder seine Partei für die Freiheit (PVV), noch er selbst seien „verantwortlich für einen einsamen Idioten, der die freiheitlichen Anti-Islamisierungsideale auf gewalttätige Art und Weise missbraucht
13.07 Uhr: Anwalt hält Breivik für "verrückt"
Dem Verteidiger zufolge deutet alles darauf hin, dass sein Mandant „verrückt“ ist, weshalb Psychiater seinen geistigen Gesundheitszustand untersuchen sollen. Anders Behring Breivik glaube, er befindet sich in einem Krieg. „Und wenn du in einem Krieg bist, kannst du Dinge wie diese machen“, erläutert der Anwalt die Sicht seines Mandanten.
13.05 Uhr: Bewegung habe etliche weitere Zellen im Ausland
Breivik hat nach Angaben seines Anwalts Geir Lippestad von etlichen weiteren Zellen in seiner Bewegung gesprochen. Der Anwalt des Attentäters berichtet, es gebe Breivik zufolge zwei Zellen in Norwegen und noch etliche weitere im westlichen Ausland.
Der 32-Jährige habe Drogen genommen, die ihn wach halten sollten, sagt Breiviks Anwalt.
Seine Familie habe bislang kein Besuchsrecht beantragt. Breivik ist für die kommenden acht Wochen in Untersuchungshaft, die ersten vier Wochen verbringt er in Isolationshaft.
12.49 Uhr: Breivik schickte Pamphlet nach Deutschland
Der mutmaßliche Attentäter hat sein 1500-Seiten-Pamphlet im Internet auch an deutsche Adressen verschickt. „Die werden jetzt natürlich überprüft“, sagt der Chef des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA), Wolfgang Gatzke. Bislang hatten die Sicherheitsbehörden erklärt, es gebe keine Bezüge Breiviks nach Deutschland.
Der „Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus“ in Dortmund berichtet, dass Breivik sein „Manifest“ an deutsche Neonazis unter anderem in Dortmund geschickt habe.
12.20 Uhr: Verbindungen nach Großbritannien?
Die britische Polizei geht Berichten nach, dass Breivik Verbindungen zu rechtsextremen britischen Gruppen hatte. Mehrere Londoner Zeitungen nennen Details, denen zufolge der 32-Jährige im vergangenen Jahr unter anderem eine Demonstration der ultrarechten English Defence League (EDL) besucht haben und mit Mitgliedern der Gruppe über das Internet in Kontakt gewesen sein soll.
Laut „Independent“ und „Daily Telegraph“ hatten rund 150 EDL-Mitglieder über das Internetnetzwerk Facebook Verbindungen zu Breivik.
10.45 Uhr: Norwegische Justizangestellte noch vermisst
Mehrere Mitarbeiter des norwegischen Justizministeriums gelten noch als vermisst. Justizminister Knut Storberget berichtet, viele Angestellte seines Hauses seien zudem schwer von der Katastrophe getroffen worden. Derzeit stünden ihnen außerdem keine Büros zur Verfügung. Die Polizei erklärt, es gebe noch Vermisste an beiden Tatorten.
10.19 Uhr: Norwegens Justizminister lobt Polizeiarbeit
Die norwegische Regierung lobt den Einsatz der Polizei nach den Anschlägen trotz zunehmender Kritik daran. Die Polizei habe „eine fantastische Arbeit„ geleistet, sagt Justizminister Knut Storberget vor Journalisten. Er war zuvor mit dem Osloer Polizeichef zu einem Gespräch zusammengekommen.
Es sei sehr wichtig, dass man den Einsatz offen und kritisch bewerte, sagt Storberget. „Aber alles zu seiner Zeit.“ Der Minister bezog sich auf die vor allem in den Medien geäußerte Kritik, die Polizei habe zu lange gebraucht, um auf die Insel Utöya zu gelangen, auf der der Attentäter um sich schoss.
9.25 Uhr: Verfolgung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit?
Die norwegischen Ermittler erwägen offenbar eine Strafverfolgung des mutmaßlichen Attentäters wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Bislang sei dies aber nur „eine Möglichkeit“, berichtet die Zeitung „Aftensposten“ unter Berufung auf Staatsanwalt Christian Hatlo.
Eine Verurteilung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zieht in Norwegen eine Maximalstrafe von 30 Jahren Haft nach sich. Die Verfügung war erst 2008 ins Strafgesetzbuch aufgenommen worden.
6.24 Uhr: Polizei will Namen von Attentatsopfern veröffentlichen
Die norwegische Polizei will heute die Namen der 76 Todesopfer bei den Anschlägen veröffentlichen. 68 von ihnen hatte der Attentäter bei einem Massaker auf der Insel Utøya getötet.
1.16 Uhr: Attentäter von Oslo erwähnte Schweizer Firmen
Breivik führt in seinem „Manifest“ auch mögliche Anschlagsziele in der Schweiz auf. Genannt sind beispielsweise die Raffinerien von Cressier und Collombey sowie die Atomkraftwerke von Beznau, Gösgen, Leibstadt und Mühleber. Die „Kämpfer des Widerstands“ sollten in den genannten Ländern handeln, „weil sie nicht auf einen Wechsel durch demokratische Mittel hoffen können“, heißt es in dem Schreiben. Das treffe auch auf die Schweiz zu.
Der Attentäter schreibt weiter von rund einer halben Million „multikulturellen Verrätern“ in der Schweiz. Sie hätten die Einwanderung der Muslime erleichtert.
AFP/Reuters/dpa/dapd/BMO




