Breivik-Manifest

Attentäter pumpte sich mit Aufputschmitteln voll

Der Attentäter von Oslo war bei seiner Tat vermutlich mit Medikamenten vollgepumpt. Breivik experimentierte mit Steroiden, Ephedrin, Koffein und Aspirin.

Als Anders Breivik seinen mörderischen Überfall am Freitag verübte, war er wahrscheinlich vollgepumpt mit Anabolika und einer Mischung aus Ephedrin, Koffein und Aspirin. Er fürchtete, dass er ansonsten nicht in der Lage wäre, das Massaker durchzuführen.

Das jedenfalls geht aus seinem Manifest hervor. Auf mehreren Seiten schreibt er über die Vorteile verschiedener Medikamente, die ihn stärker und ausdauernder machen sollten. Er suchte außerdem nach eigenen „Aggressivitätspillen“.

"Extrem nützlich bei militärischen Operationen"

„Das war bereits extrem nützlich bei einzelnen militärischen Operationen, vor allem in Kombination mit Steroiden und einer Mischung aus Ephedrin, Koffein und Aspirin“, schrieb Breivik. Durch den Gebrauch von Steroiden und die Manipulation seines eigenen Hormonhaushaltes wollte er verschiedene Wirkungen ausprobieren, bevor er die Angriffe durchführte.

„Anabole Steroide verbessern drastisch die Beweglichkeit, ebenso die Schnelligkeit, Stärke und Ausdauer“, schreibt er und skizziert ein Programm zur Selbstmedikation mit wechselnd sechs Wochen Steroide und sechs Wochen ohne. Der Angriff sollte stattfinden, während er Steroide nahm.

Laut Frode G. Hestnes von der Organisation „Antidoping Norge“ ist eine der Nebenwirkungen von Steroiden eine erhöhte Aggressivität. „Man führt dem Körper mehr Testosteron zu, als er braucht. Das führt zum Muskelaufbau, aber eine Nebenwirkung ist, dass man schneller wütend wird. Man benutzt es auch, um sich mehr zuzutrauen und widerstandsfähiger zu werden“, sagte er „Aftenposten“.

Stimulierendes Mittel mit der Wirkung von Amphetamin

Ephedrin ist laut Hestnes ein stimulierendes Mittel, das dieselbe Wirkung hat wie Amphetamin. „Durch Ephedrin ist man leistungsfähiger und hat mehr Durchhaltevermögen, weil man nicht mehr dieselben Grenzen fühlt“, sagt Hestnes. Körperlich süchtig machten die anabolen Steroide nicht, so Hestnes, aber man könne psychisch abhängig werden.

Wenn man aufhöre, Drogen zu benutzen, würde man etwas Muskelmasse verlieren, und der Körper müsse anfangen, selbst Testosteron zu produzieren. Der Gebrauch von Steroiden führe aber nicht zu psychischen Schäden. „Die erhöhte Aggressivität geht vorbei“, sagt Hestnes.

Kiloweise Munition mithilfe von Drogen tragen

Mithilfe der Drogen, so hoffte Breivik, könne er kiloweise Munition mit sich tragen und lange durchhalten. „Es ist zu viel für eine Person, die meisten taktischen Missionen weiterzuführen, sogar wenn man gut trainiert, auf Steroiden ist und einen Mix aus Ephedrin, Koffein und Aspirin genommen hat“, schreibt er.

„Es gibt Dutzende verschiedener Kombinationen da draußen mit verschiedenen Marken und Typen von Steroiden. Du musst eine Lösung finden, die zu dir passt. Das Wichtigste ist schließlich, dass es deinen Körper stärkt und du die optimale Fähigkeit hast, damit deine Operation gelingt“, schreibt er in seinem Manifest.

Aus dem Norwegischen von Bettina Ritter