Italien

Berlusconi muss wegen Sexaffäre vor Gericht

Schon im April muss Italiens Premierminister sich in einem Schnellverfahren vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen ihm 15 Jahre Haft.

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Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird wegen der Sexaffäre mit einer Minderjährigen der Prozess gemacht

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Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi muss sich wegen der Sexaffäre um eine junge Marokkanerin in einem Schnellverfahren vor Gericht verantworten. Die Anklagepunkte lauten auf Amtsmissbrauch und Umgang mit minderjährigen Prostituierten. Das entschied die Ermittlungsrichterin Cristina Di Censo am Dienstag in Mailand auf Antrag der Staatsanwälte. Der Prozess soll am 6. April beginnen.

Amtsmissbrauch wird Berlusconi vorgeworfen, weil er im Mai des vergangenen Jahres die damals 17-jährige Marokkanerin Ruby persönlich vor dem Gefängnis bewahrt haben soll. Der Anklagepunkte des Umgangs mit minderjährigen Prosituierten stützt sich vor allem auf abgehörte Telefongespräche. Die junge Ruby soll nach den Ermittlungen noch minderjährig zusammen mit anderen bezahlten Frauen bei wüsten Partys in Berlusconis Villa Arcore bei Mailand mitgemacht haben.

Für beide Anklagepunkte gebe es ausreichend Beweise, begründete die Ermittlungsrichterin ihre Zustimmung zu dem beantragten Schnellverfahren gegen Berlusconi. Im Falle einer Verurteilung drohen Berlusconi bis zu 15 Jahre Haft. Amtsmissbrauch wird mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis bestraft, Prostitution mit Minderjährigen mit höchstens drei Jahren.

Berlusconis Anwälte erklärten nach Bekanntwerden der Entscheidung, sie hätten „nichts anderes“ erwartet. Berlusconi hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sein Anwalt Niccolo Ghedini hatte bereits vor dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf einen Prozess angekündigt, Einspruch einzulegen, wenn dem Ansinnen entsprochen werde. Berlusconi hatte der Justiz „subversive Absichten“ vorgeworfen. Die Ermittlungen gegen ihn seien lediglich ein „Vorwand“, um ihn aus dem Amt zu jagen.