Luftschläge gegen Sirte

Allianz bombardiert erstmals Gaddafis Heimatstadt

Die internationale Militärallianz hat zum ersten Mal Luftangriffe gegen Diktator Gaddafis Heimatstadt Sirte geflogen. Auch Tripolis wurde bombardiert.

Foto: AFP

Die internationale Militärallianz hat laut einem Bericht des libyschen Staatsfernsehens erstmals Luftangriffe auf die Heimatstadt von Machthaber Muammar al-Gaddafi, Sirte, geflogen. Ausländische Journalisten berichteten über laute Explosionen und Kampfflugzeuge über der Hochburg von Gaddafis Anhängern.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete außerdem über heftige Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis. Nach Einbruch der Dunkelheit waren mindestens neun starke Explosionen und Flugabwehrfeuer zu hören.

Die Luftschläge sind zwar offiziell nicht als Unterstützung der libyschen Rebellen gedacht. Diese profitieren aber sehr von dem Einsatz. Seit Tagen trieben sie Gaddafis Truppen nach Westen: Sie eroberten die strategisch wichtigen Ölstädte Adschdabija, Brega und Ras Lanuf, nachdem alliierte Kampfjets schwere Waffen der Regierungstruppen ausgeschaltet hatten.

In Brega und Ras Lanuf wurde ein großer Teil der libyschen Ölexporte in Höhe von 1,5 Millionen Barrel pro Tag produziert. Seit dem Beginn der Unruhen am 15. Februar wurde die Produktion praktisch eingestellt.

Mit ihrem Vormarsch vergrößerten die bis vor einer Woche noch vor dem Fall ihrer Hochburg Bengasi stehenden Aufständischen das von ihnen kontrollierte Gebiet beträchtlich. Brega, die südlichste Hafenstadt des Mittelmeers, liegt im östlichen Drittel Libyens. Tripolis liegt weiter entlang der Mittelmeerstraße im Westen.

Die Rückeroberung des nordöstlich gelegenen Adschdabija am Samstag war der erste große Sieg der Rebellen in einem Konflikt, in dem bis zum Eingreifen der internationalen Koalition die Truppen Gaddafis schon auf der Siegerstraße schienen. Dies scheint sich mit der Schwächung von Gaddafis Streitkräften durch die internationalen Truppen nun umzukehren.