Flugverbotszone

Gaddafi nennt UN-Resolution "Kolonialismus"

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat Europa und dem Mittelmeerraum offen gedroht. Für die UN-Resolution sieht er keinerlei Rechtfertigung.

Für die UN-Resolution zur Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen gibt es nach Aussagen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi keine Rechtfertigung. „Das ist unverhohlener Kolonialismus. Es gibt keine Rechtfertigung. Es wird ernsthafte Folgen für den Mittelmeerraum und Europa haben“, sagte Gaddafi dem Fernsehsender Al-Dschasira.

Dem TV-Sender zufolge äußerte sich Gaddafi nachdem Libyens Regierung offenbar einlenkte und eine einseitige Feuerpause verkündete. Die Internationale Gemeinschaft bereitet sich derzeit auf einen Militäreinsatz in Libyen vor, nachdem der UN-Sicherheitsrat am Donnerstag eine entsprechende Resolution verabschiedet hatte.

Es müsse unter allen Umständen sicheren Flug- und Schiffverkehr geben, sagte Gaddafi. „Im Jahr 2011 kolonialisieren sie uns, sie massakrieren uns, verhängen eine Flugverbotszone nach der anderen und planen eine Militäraktion nach der anderen. Was ist das? Rassismus? Hass?"

Am Samstag findet in Paris ein Gipfel zur Lage in Libyen statt. Neben den USA, Großbritannien und Frankreich sollen auch arabische Staaten und Bundeskanzlerin Angela Merkel daran teilnehmen. Ein Militäreinsatz sei wenige Stunden nach dem Treffen möglich, sagte der französische UN-Botschafter Gerard Araud dem britischen Fernsehsender BBC.