Trotz Waffenstillstand

Muammar al-Gaddafis Truppen rücken auf Bengasi vor

Die Gefechte in Libyen gehen trotz Waffenstillstand offensichtlich weiter. Gaddafis Truppen und die Rebellen sollen sich auf eine Schlacht um Bengasi vorbereiten.

Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi rücken offensichtlich weiter vor in Richtung Bengasi. Die Regierungstruppen stünden bereits 50 Kilometer westlich von Bengasi, berichtete der arabische Nachrichtensender al-Dschasira unter Berufung auf die Führung der Aufständischen.

Die Stadt gilt als Hochburg der Rebellen. In dem Gebiet sei es zu einem Gefecht zwischen den Gaddafi-Truppen und den Aufständischen gekommen, so etwa in den Ortschaften Al-Magrun und Sluk vor Bengasi.

Offenbar hat sich dort am Abend eine schwere Explosion ereignet. Medien zufolge waren anschließend Flugabwehrgeschosse in demselben Bezirk in der ostlibyschen Stadt zu hören, in dem sich die Explosion ereignet hatte. Details blieben zunächst unklar.

Die libysche Führung hatte zuvor einen Waffenstillstand angekündigt, dieser war aber von der internationalen Gemeinschaft mit Skepsis aufgenommen worden.

US-Präsident Barack Obama hatte Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi mit dem Einsatz militärischer Gewalt gedroht, sollten seine Truppen die Angriffe auf die Opposition nicht einstellen.

In einer vom TV-Sender CNN übertragenen Pressekonferenz hat der stellvertretende Außenminister Libyens, Chalid Kaim, dementiert, dass die libyschen Truppen in die Stadt Bengasi vordringen würden. Außerdem schlug er die Entsendung von internationalen Beobachtern zur Überwachung der von Machthaber Muammar al-Gaddafi einseitig verkündeten Waffenruhe vor. Deutschland, China, Malta und die Türkei sollten Gesandte schicken, sagte Kaim.

Die Führung der libyschen Rebellen hat indes die Aufständischen zur Verteidigung der Tore von Bengasi aufgefordert. „Wir rufen unsere Soldaten und Offiziere auf, sich zu bewaffnen und sich nach El Malgrun zu begeben, um den Eingang von Bengasi zu verteidigen und Gaddafis Truppen zurückzudrängen“, hieß es in einer im Radio verlesenen Erklärung. Dies solle möglichst „jetzt und schnell“ geschehen.