Die Warnung vor möglicher Spähsoftware auf iPhones von Politikern geht womöglich weit über Berlins Regierungsviertel hinaus. „Wir haben selbst Anfragen zu dem Thema von Betroffenen bekommen, die nicht in der Politik sind“, sagt Kevin Hofius, Referent für Kommunikation bei der Cybersicherheitsstelle Berlin, gegenüber unserer Redaktion. Auch Berliner Unternehmen haben demnach Apple-Warnungen auf ihren Diensthandys erhalten.
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In der Politik ist die Sorge groß. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat mehrere Bundestagsabgeordnete und weitere Personen des öffentlichen Lebens gewarnt. „Das ist etwas, was uns natürlich sehr besorgt“, sagte Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) am Sonntag im ARD-„Bericht aus Berlin“.
Zugriff auf Nachrichten, Kamera und Mikrofon
Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI) unserer Redaktion mitteilte, erkannte Apple einen Angriff mit sogenannter Mercenary-Spyware. Das ist kommerziell entwickelte Spähsoftware, die in der Vergangenheit häufig im Auftrag staatlicher Akteure gegen gezielt ausgewählte Personen eingesetzt wurde. Für den aktuellen Fall ist ein staatlicher Auftraggeber nicht belegt. Ob der Angriff erfolgreich war, geht aus der Warnung ebenfalls nicht hervor.
Wenn sie jetzt auch auf Wirtschaftsunternehmen zielen, ist das eine größere Bedrohung.
Kevin Hofius, Referent Kommunikation IT-Sicherheit, Digitalagentur Berlin
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Gefährlich ist die Software, weil sie unbemerkt arbeitet: „Es ist davon auszugehen, dass Geräte ohne Zutun der Betroffenen infiziert werden – etwa über eine präparierte Nachricht, die nicht geöffnet werden muss.“ Bei einem befallenen Gerät könnten Angreifer auf Nachrichten, Anrufe, Kalender, Standort, Kamera und Mikrofon zugreifen, auch bei verschlüsselten Messengern.
Warum auch Berliner Firmen jetzt alarmiert sind
Bei der Cybersicherheitsstelle Berlin haben sich ebenfalls Firmen gemeldet, die dieselbe Warnung bekommen haben. „Berliner Wirtschaftsunternehmen haben uns angeschrieben und gefragt, wie wir ihnen helfen können“, sagt Hofius.

Das hält er für ein Warnsignal: „Wenn sie jetzt auch auf Wirtschaftsunternehmen zielen, ist das eine größere Bedrohung.“ Solche Attacken seien sehr gezielt und äußerst kostspielig. „Das sind keine Scriptkiddies.“ Gemeint sind Hobby-Hacker, die kaum technisches Wissen haben und Programme anderer nutzen, um Angriffe auszuführen. Wer im aktuellen Fall dahintersteckt, kann Hofius jedoch nicht sagen.
Die Bedrohungslage sei insgesamt hoch. „Sie hat auch im Laufe dieses Jahres stark zugenommen“, so Hofius. Den schlimmsten Fall beschreibt er so: „Schon ab ‚Nur für den Dienstgebrauch‘ wäre es problematisch, wenn solche Daten abfließen.“ Ob es dazu kam, ist nicht bekannt.
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Was Betroffene nach einer Warnung tun sollten
Das BSI hat die Abgeordneten jüngst in einem Schreiben über die Gefahr und notwendige Maßnahmen informiert. Wer eine Warnung erhalten hat, müsse davon ausgehen, dass das Gerät möglicherweise kompromittiert wurde. Hofius rät, zuerst zu prüfen, ob die Warnung echt ist. „Nur weil eine Meldung da ist, ist das Gerät nicht zwingend kompromittiert“, erklärt er. Betroffene sollten sich dafür direkt auf der offiziellen Apple-Seite einloggen und nicht über mitgeschickte Links gehen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bestätigt sich der Verdacht, empfiehlt er den Lockdown-Modus. Er „soll verhindern, dass weitere Schadsoftware ausgeführt wird und Daten das Gerät verlassen“. Das Gerät sollte danach nicht weiter genutzt werden.







