Ein digitaler Raubzug von bislang beispielloser Dimension erschüttert die Kryptobranche: Bei Binance, der weltweit größten Handelsplattform für Bitcoin und andere Digitalwährungen, haben Angreifer Werte von schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar abgezogen. Ein großer Teil der Beute wechselte nach Erkenntnissen der Analysefirma TRM Labs innerhalb von rund 20 Minuten den Besitzer. Die Spur führt nach Einschätzung von Fachleuten und der US-Bundespolizei FBI nach Nordkorea.

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Binance bestätigte den Sicherheitsvorfall und legte vorübergehend Ein- und Auszahlungen auf Eis. Nach Unternehmensangaben konnten gemeinsam mit Partnern Vermögenswerte von rund drei Milliarden Dollar eingefroren werden. Das verhinderte zunächst, dass die Täter darüber verfügen. Wie viel am Ende unwiederbringlich verloren ist, steht aber noch nicht fest.
Bitcoin: Binance verspricht Ausgleich für Verluste und untersucht Angriff
Für Kunden gibt Binance eine weitreichende Zusage: Verluste sollen aus einem Schutzfonds und aus eigenen Mitteln ausgeglichen werden. Die Plattform erklärt, die Kundengelder seien sicher. Wie schnell alle Betroffenen wieder uneingeschränkt auf ihre Bestände zugreifen können, bleibt damit ebenso zu klären wie die vollständige Schadenshöhe.
Als mögliches Einfallstor für den Raub nennt Binance den manipulierten Laptop eines Mitarbeiters aus der technischen Abteilung. Darüber könnten die Angreifer Zugang zu einem internen System erhalten und unberechtigte Auszahlungen ausgelöst haben. Hinweise darauf, dass geheime Zugangsschlüssel der digitalen Geldbörsen abgeflossen seien, habe man bislang nicht gefunden. Die Untersuchung läuft; ein abschließender Bericht liegt noch nicht vor.
Krypto-Hack: Nordkorea-Gruppe TraderTraitor soll Binance attackiert haben
TRM Labs schreibt den Angriff mit hoher Sicherheit der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu. Die Fachleute stützen sich auf die beobachteten Geldbewegungen und weitere Erkenntnisse. Der Erklärung des privaten Analyseunternehmens hat bisher noch niemand widersprochen.
Gewichtiger Hintergrund: Das FBI in Washington machte Nordkorea bereits für den Diebstahl von etwa 1,5 Milliarden Dollar bei der Kryptobörse Bybit im Februar 2025 verantwortlich. Auch dort nannte die US-Bundespolizei TraderTraitor als tatverdächtig. Der jetzige Angriff wäre, gemessen am zunächst abgezogenen Vermögen, mehr als viermal so groß.
Die Nachricht trifft einen ohnehin nervösen Markt. Bitcoin sank laut US-Medien zeitweise auf rund 76.400 Dollar, den tiefsten Stand seit September. Auch Ether und Aktien von anderen Krypto-Anbietern gerieten unter Druck. Der Schock reicht damit über Binance hinaus.
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