„Die geringe Repräsentation ostdeutscher Biografien ist kein Ruhmesblatt. Auch im vierten Jahrzehnt der Einheit wiegt dieser Mangel schwer. Das zu ändern, dafür ist es nicht zu spät.“ Diese Sätze sagte der im Westen geborene Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Jahrestag der Wiedervereinigung, und sie treffen zu hundert Prozent zu. Leider folgt daraus in der Debatte um das nächste Staatsoberhaupt gar nichts.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Sieben Bundespräsidenten zogen seit der Wiedervereinigung ins Schloss Bellevue, und nur einer – Joachim Gauck – kam aus dem Osten. Bis zur Wahl des neuen Staatsoberhauptes sind es nur noch wenige Monate. Und die Debatte um die Nachfolge ist so ideenlos wie der Rest der Politik. Bislang gibt es nur die Wunschkandidatin von Markus Söder – was man Ilse Aigner nicht vorwerfen kann – und den häufig geäußerten Wunsch nach einer Frau.
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Es wird also höchste Zeit, die Denkfaulheit zu beenden und Persönlichkeiten im Osten Deutschlands unter die Lupe zu nehmen. Auch hier gibt es Frauen, die Herausragendes geleistet haben und allen Deutschen viel zu sagen hätten. Wie die einzige ostdeutsche Universitätsrektorin Gesine Grande, eine Psychologin, die mit ihren Teams zum Zukunftsthema Künstliche Intelligenz forscht. Oder Anna Kaminsky, die Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die seit Jahrzehnten Brücken zwischen Ost und West baut.

Es muss nicht schon wieder ein Mensch aus dem Parteien-Apparat in das höchste Staatsamt geschleust werden. Schon der kluge Joachim Gauck mahnte völlig zu Recht: „So wichtig Parteien sind, dieses Amt sollte keine Beute von Parteien sein.“






