Ein deutscher Auto-Boss wirft sich auf einer Wahlkampfbühne in den Arm von US-Präsident Donald Trump, um eine Milliardeninvestition zu verkünden – die Empörung über diese Bilder des Audi-Chefs ist einerseits sehr verständlich. Gernot Döllner liefert Trump live und in Farbe eine Bestätigung dafür, dass dessen erpresserische Zollpolitik sich in Jobs und Investitionen in den US-Standort auszahlt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Andererseits ist die Wutwelle, die aus der Heimat über Döllner hinwegrollt, vor allem seitens der Gewerkschaften, auch etwas heuchlerisch. Ein Zugang zum US-Markt, einem der größten Automärkte der Welt, ist für Audi überlebenswichtig, und bislang hat man dort keine Produktionsstätte.

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Audi, BMW und Co. entgehen den Zöllen nur als „local manufacturers“

Autobauer wie BMW entgehen dem Kotau bei Trump und der vollen Härte der Zölle nur, weil sie schon „local manufacturers“ sind. Und verglichen mit der Schleimspur, die US-CEOs vor allem aus der Tech-Branche ins Weiße Haus ziehen, wirkte der Auftritt des Audi-Mannes geradezu nüchtern.

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Die Frage ist auch, ob Döllner die Einladung zu Trumps Rallye hätte ablehnen können. Für einen Werksbau dieser Größe braucht jeder Konzern politischen Support, ob in Trumps Amerika oder im autokratischen China. Und sicher ist: Mit einem Scheitern des US-Deals wäre keinem Arbeiter in Neckarsulm oder Ingolstadt geholfen, im Gegenteil. Geht die Wette auf, kann sich Audi die teure deutsche Produktion eher leisten.

Man kann sich aus hiesiger Sicht jetzt also über diesen Auftritt aufregen. Oder man kann sich überlegen, warum es keine solchen Milliardeninvestments in den EU-Markt gibt. Gerade für deutsche Politiker ist das vielleicht die sinnvollere Beschäftigung.