Wählen bringt nichts: Diese Meinung hört man oft, und nicht nur von den Jüngeren. Viele haben das Gefühl, dass das, was da oben passiert, ohnehin geschieht – ob sie nun wählen oder nicht. Das gilt auch in Israel. Es ist aber eben das Beispiel Israels, das zeigt: Jede einzelne Stimme entscheidet. Die letzten vier Jahre haben das auf drastische Weise gezeigt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Unter dem Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir ist die Mordrate stark angestiegen. Unter Finanzminister Bezalel Smotrich wurden Milliarden in illegale Siedlungen gepumpt, die in den Schulen und Kliniken fehlen. Unter Verteidigungsminister Israel Katz führte Israel Kriege an sieben Fronten, und an keiner wurde eine dauerhafte Lösung gefunden. Zugleich schlittern Teile des Westjordanlands in einen Zustand der Anarchie, wo vermummte Terroristen das Sagen haben – und nicht mehr das israelische Militär. Präsident Benjamin Netanjahu wiederum hat sich bis heute geweigert, seine Verantwortung im Desaster rund um den Hamas-Überfall am 7. Oktober anzuerkennen.
Sollte nach der Wahl eine andere Regierung zustande kommen, wird sie einige dieser Probleme erben. In manchen Punkten könnten die Israelis aber schon bald eine Besserung spüren: Die Angehörigen der Opfer des 7. Oktobers könnten endlich die Wahrheit darüber erfahren, was im Vorfeld des Massakers schiefgelaufen ist. Gewaltbereite Siedlerbanden könnten Strafen befürchten, anstatt für ihre Verbrechen auch noch mit Steuergeld belohnt zu werden.

Doch das Rennen ist knapp. Wenige Tausend Menschen könnten den Unterschied machen – indem sie diesmal nicht zu Hause bleiben, sondern ihre Stimme abgeben.




