Die Initiative „GenZ regelt“ will am 31. Oktober nach französischem Vorbild in Deutschland auf die Straße gehen. Doch schon vor den angekündigten Demonstrationen dreht sich die Debatte vor allem um mögliche Ausschreitungen. Das kritisieren der Soziologe Nils C. Kumkar und der Jugendforscher Klaus Hurrelmann im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie fordern, die Anliegen der jungen Generation ernst zu nehmen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Leute mit Problemen werden selbst zum Problem“, sagte Kumkar von der Universität Bremen. Obwohl bislang keine Anhaltspunkte für gewalttätige Proteste bekannt seien, werde vor allem über mögliche Eskalationen gesprochen. Darin zeige sich eine zunehmend autoritäre Art, politische Konflikte zu bearbeiten.
Gen-Z-Proteste am 31. Oktober in mehr als 20 Städten
Die Initiative organisiert nach eigenen Angaben Demonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München. In weiteren Städten hätten sich Unterstützer angeschlossen und planten eigene Proteste. Zu den Forderungen gehören Verbesserungen an maroden Schulen, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und mehr soziale Gerechtigkeit. Gewalt und Sachbeschädigungen lehnt die Initiative nach eigenen Angaben ab.
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Kumkar sieht Parallelen zu den Protesten der Klimaschutzgruppe „Letzte Generation“: Damals sei statt über Klimaschutz vor allem über die Protestform diskutiert worden. Wenn sich die Debatte auf mögliche Ausschreitungen konzentriere, gerieten politische Lösungsansätze aus dem Blick. So müsse jetzt etwa über die mangelnde Qualität des deutschen Bildungssystems gesprochen werden.
Junge Menschen fühlen sich politisch übergangen
Auch Jugend- und Bildungsforscher Klaus Hurrelmann beobachtet eine große Unzufriedenheit und Verunsicherung unter jungen Menschen. Die Probleme, die junge Menschen in Frankreich auf die Straße trieben, gebe es auch in Deutschland. Viele hätten das Gefühl, dass die Politik zwar zahlreiche Themen behandle, aber nicht jene, die für ihre Generation besonders wichtig seien. Als demografische Minderheit glaubten sie zudem, wenig Einfluss auf politische Entscheidungen zu haben.
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Hinzu kämen unsichere Zukunftsperspektiven: Junge Menschen wüchsen inmitten der Klimakrise, der Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen sowie wirtschaftlicher Krisen auf. Hurrelmann zufolge trägt der Eindruck, dass die regierenden Parteien darauf keine überzeugenden Antworten finden, dazu bei, dass junge Menschen verstärkt die AfD oder die Linkspartei wählen.
Für die Demonstrationen am 31. Oktober, die in mehr als 20 deutschen Städten angekündigt sind, rechnet Hurrelmann mit einem friedlichen Verlauf. Er sieht allerdings das Risiko, dass sich Gruppen anschließen, denen es vor allem um Provokationen und Gewalt geht.
mit epd






