Ein Wahlsieg der Demokraten bei den Midterms am 3. November 2026 könnte die amerikanische Politik erheblich verändern. Allerdings hängt vieles davon ab, ob die Partei nur das Repräsentantenhaus, nur den Senat oder beide Kammern des Kongresses erobert. Denn beide haben unterschiedliche Befugnisse.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Donald Trump bliebe auch bei einer Niederlage seiner Republikaner Präsident. Seine Amtszeit endet regulär im Januar 2029. Ein demokratischer Wahlsieg würde deshalb keinen Regierungswechsel auslösen.
Möglicher Sieg bei den Midterms: Was könnten die Demokraten im Repräsentantenhaus verändern?
Die Demokraten könnten bestimmen, wer Speaker wird und wer die parlamentarischen Ausschüsse leitet. Sie hätten größeren Einfluss auf die Tagesordnung und könnten entscheiden, welche Gesetzesvorhaben zur Abstimmung gelangen. Damit könnten sie wichtige Projekte des Präsidenten blockieren. Denn für neue Bundesgesetze braucht es grundsätzlich die Zustimmung beider Kammern.
Besonders wichtig wäre das Haushaltsrecht. Der Kongress bewilligt Bundesausgaben und muss regelmäßig Finanzierungsgesetze verabschieden. Eine demokratische Mehrheit könnte Änderungen verlangen und neue Ausgaben verhindern. Kommt keine Einigung zustande, droht ein sogenannter Shutdown: Bestimmte Bundesbehörden müssen ihren Betrieb vorübergehend einschränken. Die Verantwortung für eine solche Blockade könnte politisch umstritten sein.
Welche Möglichkeiten zur Kontrolle hätten die Demokraten nach einem Sieg bei den Kongresswahlen?
Sie könnten Anhörungen ansetzen und Regierungsbeamte zu Aussagen auffordern. Auch Untersuchungen zu Ausgaben, Verträgen, Entscheidungen von Ministerien oder möglichen Interessenkonflikten wären möglich. Ausschüsse könnten Dokumente anfordern und gegebenenfalls verbindliche Vorladungen aussprechen.
Allerdings können sich daraus langwierige Rechtsstreitigkeiten ergeben, wenn die Regierung die Herausgabe verweigert. Eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus könnte außerdem ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten einleiten. Das bedeutet aber keineswegs, dass Trump sein Amt verlieren würde. Über eine Verurteilung entscheidet der Senat mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder.

US-Zwischenwahlen: Was geschieht, wenn die Demokraten den Senat gewinnen?
Das hätte vor allem Folgen für Trumps Personalpolitik. Der Senat muss zahlreiche Ernennungen des Präsidenten bestätigen. Dazu gehören Minister, Botschafter, hohe Bundesbeamte und Bundesrichter bis hin zu Richtern am Obersten Gerichtshof.
Eine demokratische Mehrheit könnte ungeeignete oder politisch umstrittene Kandidaten zurückweisen. Der Präsident müsste dann entweder andere Personen nominieren oder auf unbesetzte Stellen und rechtlich zulässige Übergangslösungen zurückgreifen. Auch bei internationalen Verträgen hat der Senat besondere Rechte. Bestimmte Verträge benötigen die Zustimmung von zwei Dritteln der anwesenden Senatoren.
Kongresswahlen: Was passiert bei einem Sieg in beiden Kammern?
Dann könnten die Demokraten Trump gleichzeitig bei neuen Gesetzen, beim Haushalt und bei wichtigen Personalentscheidungen Grenzen setzen. Sie könnten auch eigene Gesetzesvorhaben verabschieden. Doch daraus würden nicht automatisch neue Gesetze. Denn Trump könnte sie mit seinem Veto stoppen. Dieses lässt sich nur mit Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern überstimmen. Auch der Senat kennt weitere Hürden: Bei vielen Gesetzen werden faktisch 60 Stimmen benötigt, um eine Blockade zu beenden.
Die Demokraten müssten deshalb für größere politische Veränderungen Kompromisse mit dem Präsidenten oder mit Teilen der Republikaner finden.
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Könnten die Demokraten Trump nach den Zwischenwahlen absetzen?
Ein Wahlsieg allein erlaubt das nicht. Das Repräsentantenhaus könnte zwar eine Amtsenthebung beschließen. Zur tatsächlichen Amtsenthebung wäre aber eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Senatoren erforderlich. Dafür wäre bei den absehbaren Kräfteverhältnissen auch Unterstützung aus der republikanischen Partei nötig.
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Die Demokraten könnten Trump stärker kontrollieren und seine politischen Vorhaben einschränken. Die Regierung wäre in vielen Bereichen auf Zusammenarbeit angewiesen. Gleichzeitig würden die Demokraten Mitverantwortung für Haushaltsentscheidungen und politische Blockaden tragen. Ein Wahlsieg würde ihnen also neue Macht verleihen, aber nicht die Befugnisse des Präsidenten ersetzen.











