Die Bundeswehr warnt offenbar mit ungewöhnlicher Deutlichkeit vor möglichen russischen Sabotageakten in Deutschland. Die Gefahr durch Russland werde inzwischen als „erheblich“ eingestuft – das ist die zweithöchste Gefahrenkategorie der Streitkräfte. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf ein internes Papier der Truppe.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Analyse verweise auf mehrere Drohnenfunde der vergangenen Monate. Demnach sieht die Bundeswehr Anzeichen dafür, dass Russland zunehmend bereit sein könnte, Streitkräfte und militärische Einrichtungen in Deutschland gezielt anzugreifen. Auch Partner wie die Ukraine seien mögliche Ziele.
Drohnenfunde in Leipzig und Wunstorf
Konkret nennt das Papier laut „Süddeutscher Zeitung“ unter anderem einen mutmaßlichen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle im August. Dort sollen ukrainische Transportflugzeuge im Visier gestanden haben. Die Hintergründe des Vorfalls sind dem Bericht zufolge Teil der sicherheitspolitischen Einschätzung.
Ein weiterer Fall betrifft eine Drohne, die in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Wunstorf gefunden wurde. Sie hätte möglicherweise gegen Flugzeuge der Bundeswehr eingesetzt werden sollen. Gerade dieser Vorfall deutet der Analyse zufolge darauf hin, dass die Bundeswehr selbst ins Visier geraten könnte.
Die Vorfälle zeigten, dass Russland „nahezu sicher“ über die Fähigkeit und „sehr wahrscheinlich jetzt auch über die gesteigerte Absicht“ verfüge, gegen Kräfte und Einrichtungen der Bundeswehr sowie gegen Partner wie die Ukraine in Deutschland vorzugehen. So zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ aus dem internen Papier.
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Bundeswehr sieht Ziel in der Schwächung der Ukraine-Unterstützung
Die mutmaßlichen Sabotageaktionen könnten demnach auch ein politisches Ziel verfolgen. Es gehe „sehr wahrscheinlich“ um eine „Zersetzungsabsicht“, die derzeit auf eine politische und gesamtgesellschaftliche Schwächung der deutschen Unterstützung für die Ukraine abziele, heißt es in der Analyse.
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Mit dem Einsatz von Drohnen als Mittel zur gezielten physischen Schädigung habe Russland zudem eine bislang angenommene rote Linie überschritten. Gemeint sei die Absicht, Deutschland und der Bundeswehr nicht nur zu schaden, sondern dabei auch eine kinetische – also physische – oder tödliche Wirkung in Kauf zu nehmen.
Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte zuletzt vor einer wachsenden Bedrohung durch Russland gewarnt. BND-Präsident Martin Jäger sprach Anfang Oktober von einem „gewaltsamen Konflikt mit Russland“, in dem sich Deutschland befinde. Die Bundeswehr rechnet laut dem Bericht außerdem mit einer kurzfristigen Verschärfung der Lage. Einschätzungen der Nachrichtendienste zufolge sei mit weiteren Aktionen in naher Zukunft zu rechnen.
mkx mit AFP






