In Frankreich ist es am Wochenende zu gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. Gebäude und Fahrzeuge standen in Flammen. Demonstranten lieferten sich teils Straßenschlachten mit der Polizei, die unter anderem Tränengas einsetzte. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 2397 Menschen festgenommen. Fast 1000 Polizisten und weitere Sicherheitskräfte wurden verletzt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Gewalt brach am Rande landesweiter Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem aus. Nach Regierungsangaben beteiligten sich rund 550.000 Menschen an den Demonstrationen. Die Veranstalter sprachen hingegen von etwa 800.000 Teilnehmern. Auch in Italien, Belgien und Albanien kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Lesen Sie hier, warum die Proteste auch nach Deutschland überspringen könnte und warum ein Forscher eine klare Forderung an Politiker richtet.

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Russisches Außenministerium stellt Europas Bedrohungsnarrativ infrage

Diese Situation nutzen nun die russischen Machthaber, um von der Bedrohung, die von dem Land für die europäische Sicherheit ausgeht, abzulenken. So postete die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, ein Video auf ihrem Telegram-Kanal, in dem sie die Proteste zeigt und behauptet, es seien Europäer, die Europa angreifen würden – nicht Russen. Dass es dabei allerdings um zwei verschiedene Dinge geht – den russischen Angriff auf die Ukraine und damit das friedliche Zusammenleben in Europa einerseits und gewaltsame innenpolitische Proteste andererseits – ignoriert Sacharowa.

Ihr Video beginnt mit Aussagen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des Bundeskanzlers Friedrich Merz, die vor einer angeblich von Russland ausgehenden Bedrohung warnen. Anschließend zeigt es Aufnahmen der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich, Italien und Albanien. Dazu wird die Frage eingeblendet: „Sind das Russen?“ Am Ende des Videos folgt die Antwort: „Nein, es waren Europäer, die den ‚blühenden Garten‘ angegriffen haben.“ Das Video stellt dabei Zusammenhänge her, die nicht existieren.

Laut „Tass“ riet Sacharowa den europäischen Staats- und Regierungschefs zudem, sich stärker mit den innenpolitischen Problemen ihrer Länder zu befassen. Gegenüber „Zvezdanews“ bezeichnete sie das vermeintlich „endlose Mantra“ von einer Einflussnahme des Kremls auf die europäische Innenpolitik als „schlichtweg widerlich“.

Russland steht im Verdacht, EU-Wahlen und Infrastruktur anzugreifen

Maria Sacharowa ist seit Jahren für ihre fragwürdige Rhetorik bekannt. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums setzt häufig auf Spott, Sarkasmus und konfrontative Aussagen. Beobachter sehen darin einen Kommunikationsstil, der Russlands außenpolitische Positionen öffentlichkeitswirksam vermitteln und westliche Regierungen gezielt herabsetzen soll.

Ihr jüngstes Video ist Teil der politischen Auseinandersetzung zwischen Moskau und europäischen Regierungen über mutmaßliche russische Einflussnahme. In der Vergangenheit warf die EU Russland bereits vor, Wahlen zu beeinflussen, Desinformation zu verbreiten und Sabotageakte zu organisieren. Auch Cyberangriffe auf demokratische Institutionen und kritische Infrastruktur werden Russland von europäischen Regierungen zugeschrieben.

mit dpa/afp