Schon wieder eine Kehrtwende im Weißen Haus mit Rücksicht auf die Kongresswahl am 3. November: Donald Trump hat die geplante weltweite Live-Übertragung der Hinrichtung des früheren US-Armeemajors Nidal Malik Hasan am Donnerstag abgesagt. Der 55-Jährige, der 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen erschossen und 32 weitere verletzt hatte, soll wie vorgesehen am 3. Dezember durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Das kündigte der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social an. Einen öffentlichen Videostream werde es jedoch nicht geben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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„Ich glaube, dass die Übertragung der Hinrichtung eine starke abschreckende Wirkung hätte haben können“, schrieb Trump. „Aber viele sehr gute und wohlmeinende Menschen möchten nicht zusehen, wie er stirbt.“ Deshalb werde die Hinrichtung nicht übertragen. Unmittelbare Angehörige der Opfer dürften dem Erschießungskommando auf Wunsch persönlich beiwohnen. „Sie verdienen es, Gerechtigkeit zu erleben!“, erklärte Trump.
News aus den USA
Hegseth hatte Hinrichtung martialisch angekündigt
Damit vollzieht der Präsident eine neue Kehrtwende. Sein Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die öffentliche Übertragung mit martialischen Untertönen angekündigt, um die Konsequenzen terroristischer Gewalt zu demonstrieren. Gegen das Vorhaben protestierten Menschenrechtsorganisationen, Kirchenvertreter und zahlreiche Politiker beider Parteien. Vizepräsident JD Vance erklärte vor einigen Tagen, er werde sich die Hinrichtung nicht ansehen. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, warnte, die Bilder könnten islamistischen Extremisten als Propagandamaterial dienen.
Auch 72 pensionierte hochrangige Militärangehörige wandten sich gegen das Vorhaben. Am Donnerstag veröffentlichte Umfragezahlen von ABC News, der „Washington Post“ und Ipsos zeigen, wie deutlich die öffentliche Ablehnung ausfällt: 80 Prozent der befragten Amerikaner sind gegen die Live-Übertragung, während 53 Prozent die Hinrichtung durch ein Erschießungskommando befürworten. Trump wollte das Risiko wohl nicht eingehen, dafür vom Wähler am 3. November (zusätzlich) abgestraft zu werden.








