Elon Musk ist „finanzpolitisch“ wieder da. Vor den Kongresswahlen in den USA am 3. November pumpt der reichste Mann der Welt Millionen in den Wahlkampf der republikanischen Regierungspartei. Seit Anfang Juli waren es mehr als 276 Millionen Dollar. Rechnet man frühere Ausgaben des laufenden Wahlzyklus hinzu, kommt Musk auf rund 366 Millionen. Damit ist er mit Abstand der größte bekannte „Midterms“-Spender.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Summen, zuerst von der „New York Times“ recherchiert, wurden inzwischen von Musks eigener Wahlkampforganisation America PAC bestätigt. Allein 158 Millionen Dollar flossen an den Senate Leadership Fund, der republikanischen Senatskandidaten unter die Arme greift.
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Weitere 20 Millionen gingen an den Congressional Leadership Fund für das Repräsentantenhaus. Doch Musk will nicht nur mit teuren Werbespots Einfluss nehmen. 76 Millionen Dollar steckte er in seinen America PAC, das erneut bezahlte Wahlhelfer von Haustür zu Haustür schickt, um republikanische Wähler an die Urnen zu bringen. Zehn Millionen erhielt zudem ein Komitee zur Unterstützung von Ken Paxton, dem republikanischen Senatskandidaten in Texas.
Die Rückkehr ist bemerkenswert. Für Trumps Sieg über Kamala Harris hatte Musk 2024 ungefähr 290 Millionen Dollar ausgegeben, war danach als Chef des staatlichen Effizienzprojekts Doge an Trumps Seite ins Weiße Haus eingezogen und mit dem Präsidenten im Streit über dessen Ausgabenpolitik auseinandergegangen. Im Mai 2025 kündigte Musk an, politische Spenden stark zu reduzieren. Perdu.

Öffentlich hält sich der Unternehmer gleichwohl zurück. Das Verhältnis zu Trump ist wieder gekittet. Erst am 8. Oktober überreichte ihm der Präsident in Washington die National Medal of Science. Wo Musk früher persönlich auf Wahlkampfbühnen hüpfte, spricht jetzt vor allem sein Geld. Anzeigen, Fernsehspots und Wahlhelfer kosten vor der Abstimmung enorme Summen.
Andrew Romeo, Sprecher des America PAC, begründete die Finanzoffensive damit, dass diese „massiven Investitionen“ der Partei ermöglichten, ihre Botschaft zu verbreiten und „der Geschichte zu trotzen“. Gemeint ist der historisch typische Gegenwind für die Präsidentenpartei bei Zwischenwahlen. Diesmal belasten die Republikaner zudem hohe Preise, Trumps schwache Umfragewerte und der unpopuläre Iran-Krieg.
Käufliche Republikaner?
Demokraten sehen darin den Versuch, politische Probleme mit Geld zuzuschütten. Lauren French vom demokratischen Senate Majority PAC wirft den Republikanern vor, sie wollten „diese Wahlen kaufen“ und mit Millionenbeträgen über unbeliebte Kandidaten und einen unbeliebten Präsidenten hinwegtäuschen.
News aus den USA
Für Musk geht es allerdings um mehr als Parteitreue. Demokratische Abgeordnete verlangen Untersuchungen zu milliardenschweren Staatsaufträgen seines Raumfahrtkonzerns SpaceX und zu seiner Arbeit bei Doge. Ein Kongress mit demokratischen Ausschussvorsitzenden könnte ihn unter erheblich größeren Rechtfertigungsdruck setzen. Dass Musk ausgerechnet jetzt wieder so großzügig wird, ist deshalb geschäftlich bedingt. Ob sein Geld die massive Unzufriedenheit der Wähler mit Trump übertönen kann, wird sich am 3. November zeigen.








