Es gibt wohl keinen Altkanzler, der dem internationalen Ansehen Deutschlands mehr geschadet hat als Gerhard Schröder. Mit Wladimir Putin zu dessen Geburtstag gemeinsam am Kamin zu sitzen, nachdem Russland gerade wieder Dutzende Zivilisten in der Ukraine getötet hat, ist der neueste Gipfel der Schamlosigkeit.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der alte Putin-Freund Schröder ist nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dabei hätte es von echter Stärke gezeugt, alte Fehler einzugestehen und sich von einem Kriegsverbrecher zu distanzieren. Andere Politiker haben es vorgemacht: Auch in der SPD ist bei vielen angekommen, dass wirtschaftliche Annäherung durch Nord Stream und Co. eher die Abhängigkeit von Russland verstärkt hat, statt die geopolitische Position Deutschlands zu festigen.

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Madeleine Janssen ist Auslandschefin in der FUNKE Zentralredaktion.© privat | Privat

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Gerhard Schröder: Protokollarische Fehlentscheidung

Seien wir realistisch: Der 82-jährige Schröder wird seine Meinung und sein öffentliches Auftreten nicht mehr ändern. Er sollte dafür aber nicht belohnt werden. Dass Schröder und seine Frau beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in erster Reihe saßen, ist eine protokollarische Fehlentscheidung. Man mag Schröder aus juristischen Gründen nicht aus der SPD ausschließen können. Für den Vorwurf des Landesverrats liegt die rechtliche Latte ebenfalls zu hoch.

Bisher sieht die Strategie des Bundespräsidialamtes und der Bundesregierung so aus: Schröder marginalisieren und ausgrenzen, ihn in seiner Rolle als Altkanzler aber einladen. Tenor: Es geht um das Amt, nicht um die Person. Wenn man Schröder die Teilnahme an derartigen Veranstaltungen nicht verwehren will, sollte man ihn zumindest in die fünfte Reihe verweisen. Es ist höchste Zeit.