Der Copilot, dem vorgeworfen wird, den Kapitän eines Flugs nach Israel angegriffen zu haben, durfte Medienberichten zufolge im Oman nicht mehr fliegen. Grund seien radikale ideologische Ansichten gewesen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag (Ortszeit). Laut CNN verlor der Mann im vergangenen Jahr aufgrund von Bedenken hinsichtlich extremistischer Ansichten seine Stelle bei Oman Air, der nationalen Fluggesellschaft des Oman.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Der saudiarabische Nachrichtensender Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf eine informierte Quelle, die Behörden im Oman hätten festgestellt, dass der Copilot extremistische Ansichten vertrete. Der Sender meldete zudem, der Mann habe sich auch eine Zeit lang in Syrien aufgehalten, was die Sorge geweckt habe, er könne dort von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein.

Auch interessant

ABC News berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, der Verdächtige sei bereits während seiner Ausbildung im Besitz extremistischer Materialien gewesen. Ermittler versuchen demnach aktuell herauszufinden, wie es ihm anschließend dennoch gestattet worden sei, für Flydubai zu fliegen.

Der festgenommene Copilot, der inzwischen in die Emirate gebracht worden ist, soll demnach mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Er habe angedeutet, dass er die Absicht gehabt habe, das Flydubai-Flugzeug in Israel zum Absturz zu bringen, zitiert der Sender Quellen, die über die Ermittlungen informiert sind.

Der US-Sender CNN berichtet über ein LinkedIn-Profil, das unter dem Namen des mutmaßlichen Angreifers existiert haben soll und inzwischen gelöscht sei. Auf diesem sollen Stunden nach der Gewalttat zwei Posts abgesetzt worden sein. Wer diese veröffentlicht hat und ob sie im Voraus geplant gewesen waren, ist demnach unklar. In einem der Posts war laut CNN ein Video enthalten, das unter anderem mit einem Foto des früheren Al-Kaida-Chefs Ayman al-Zawahiri endet.

Auch interessant

Flydubai: Staatsanwaltschaft geht von „Terrorakt“ aus – Angriff mit Notaxt

Inzwischen geht auch Generalstaatsanwaltschaft der Emirate davon aus, dass der Copilot einen „Terrorakt“ plante. Er habe den Piloten am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Israel mit der Notaxt im Cockpit angegriffen, teilte die Behörde am Samstag mit. Der Copilot verletzte den Piloten schwer, konnte aber von Passagieren überwältigt werden, so dass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landete. Zuvor hatten bereits israelische Behörden den Vorfall als versuchten Terroranschlag bezeichnet.

Bislang war von einem Messer als Tatwaffe die Rede gewesen. Rettungsäxte – in der Fachsprache crash axes genannt – gehören zur vorgeschriebenen Notausrüstung in Flugzeugen und dienen unter anderem dazu, sich im Notfall durch Verkleidungen oder andere Hindernisse zu arbeiten.

afp/dpa/bee