Der Held von Flug FZ 1073 hat einen Namen: Smit Machchhar. Er ist der indische Pilot, der einen brutalen Angriff seines Copiloten abgewehrt und dazu beigetragen hat, eine mutmaßliche Entführung des Flydubai-Flugzeugs auf dem Weg nach Israel mit mehr als 170 Menschen an Bord zu verhindern.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Jetzt hat sich Machchar erstmals seit dem Vorfall am Mittwoch öffentlich geäußert. In einem Videocall mit dem indischen Premierminister Narendra Modi (76) sagte er am Freitag, er habe weitergekämpft, weil er „die anderen nicht einfach sterben lassen“ konnte.

Weiter berichtete Machchar: „In diesem Moment kämpfte ich um mein Leben. Ich war so schwer verwundet, dass ich zu Boden gefallen war … In diesem Moment dachte ich: Was, wenn ich nicht mehr aufstehen kann?“

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Flydubai-Flug: „Tu es einfach. Die Tür ist direkt da“

Machchhar wurde schwer verletzt, als er versuchte, den Angreifer abzuwehren. Die Bilder zeigten eine grauenvolle Szene an Bord: Das Cockpit war mit Blut bespritzt, und der schwer verletzte Pilot lag auf dem Boden, sein von Schmerzen verzerrtes Gesicht teilweise von einer Maske verdeckt.

Machchhar erzählte Modi jetzt, dass er im Cockpit auf dem Boden lag, als ihm klar wurde, dass das Flugzeug abstürzte. „Und in diesem Moment wusste ich: Noch ein letzter Ruck, Smit! Tu es einfach. Die Tür ist direkt da“, sagte er. „Und selbst in diesem Moment schlug er noch auf mich ein.“ Und weiter: „Und dann habe ich sie einfach aufgemacht … und dann kamen alle“, berichtete der Pilot und bezog sich dabei auf mehrere andere Passagiere, die daraufhin ins Cockpit stürmten und seinen Angreifer festhielten.

Der Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es zu der Auseinandersetzung im Cockpit kam. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stach der Copilot auf seinen Kollegen ein. Die Maschine geriet Berichten zufolge in einen Sturzflug. Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden – eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer. 

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Beide Piloten befinden sich nach Angaben aus Saudi-Arabien mittlerweile in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Kapitän und der Copilot seien nach der Landung der Maschine in Tabuk zunächst zur Untersuchung und Behandlung in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden, berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Innenministerium. Am Donnerstag hätten beide Piloten nach der medizinischen Freigabe und in Begleitung eines Sicherheitsteams der Emirate Saudi-Arabien in Richtung Abu Dhabi verlassen.

Die Hintergründe der Beinahe-Katastrophe sind weiter unklar. Die israelische Regierung geht bereits von einem dschihadistischen Terroranschlag aus. Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate haben Ermittlungen eingeleitet. Sie sehen sich zuständig, da die Maschine in dem Golfstaat registriert sei und die emiratische Flagge führt.

dw/dpa